Wer jeden Morgen zur Arbeit fährt, denkt nicht mehr über jeden Handgriff nach. Das Hirn schaltet auf Autopilot. Was für uns selbstverständlich ist, könnte bald auch künstliche Intelligenz können. Forscher der TU Chemnitz und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen KI-Systeme entwickeln, die sich Gewohnheiten aneignen. Das Ziel ist klar: Die Technologie soll schneller arbeiten und dabei weniger Energie verbrauchen.
Jetzt startete das Pilotprojekt „Gehirn-inspirierte Nutzung effizienter Shortcuts in der Künstlichen Intelligenz". Drei Jahre lang arbeiten die Wissenschaftler daran, große KI-Systeme effizienter zu machen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben mit rund 365.000 Euro.
Weniger Rechenleistung, mehr Effizienz
Aktuelle KI-Systeme verbrauchen enorme Mengen an Strom. Sie berechnen jeden Schritt neu, auch wenn es um Routineaufgaben geht. Das Forscherteam will das ändern. Die Idee ist es, Abkürzungsverbindungen – sogenannte Shortcuts – aus dem Gehirn auch in der KI zu nutzen. Hamker erklärt, dass diese Shortcuts bei Routineaufgaben einen viel geringeren Rechenaufwand erfordern. Dadurch sinke der Energieverbrauch erheblich, während die KI-Systeme flexibel blieben.
Die Wissenschaftler wollen ihr neues KI-Modell mit bestehenden Verfahren vergleichen. Auch die Flexibilität von Menschen dient als Maßstab. Bis Dezember 2028 läuft das Projekt. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für ein neuartiges KI-System schaffen, das sowohl Routinen automatisiert als auch komplexe Aufgaben lösen kann.