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Vielfalt bremst fremde Pflanzen aus

Trockenlandschaft im Nationalpark La Campana in Chile. Solche Gebiete bedecken fast die Hälfte der Erdoberfläche.
Blick auf den Nationalpark La Campana in Chile. Auch hier untersuchten die Forschenden, wie sich nicht heimische Pflanzen ausbreiten. © José Luis Gutierrez
Von: Wissensland
Zwei Milliarden Menschen leben in Trockengebieten. Leipziger Forschende haben nun weltweit untersucht, unter welchen Bedingungen sich dort nicht heimische Pflanzen ausbreiten. Ihr Ergebnis: Starke Beweidung und nährstoffreiche Böden begünstigen die Eindringlinge. Eine hohe Artenvielfalt schützt dagegen.

Über zwei Milliarden Menschen leben in Trockengebieten. Fast die Hälfte der Erdoberfläche besteht aus diesen kargen Landschaften. Dort entscheidet sich oft, ob Weiden genug Futter für Nutztiere liefern und ob die Natur im Gleichgewicht bleibt. Doch immer häufiger breiten sich Pflanzen aus, die dort ursprünglich nicht heimisch sind. Forschende der Universität Leipzig und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) haben nun herausgefunden, was diesen Eindringlingen hilft und was sie stoppt.

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Daten aus 98 Gebieten weltweit ausgewertet

Die Wissenschaftler analysierten Informationen aus 98 Untersuchungsgebieten in 25 Ländern auf sechs Kontinenten. Von 2016 bis 2019  fokussierten sie sich auf mehrjährige Pflanzen und untersuchten 41 nicht heimische Pflanzenarten. Diese kamen meist nur in kleinen Mengen vor. Nur wenige waren in bestimmten Gebieten besonders häufig zu finden. Das Ergebnis: Diese Pflanzen wachsen meist schneller als einheimische Arten.

Diese Weltkarte markiert die Forschungsgebiete in Trockenregionen. Sie zeigt auch, welche nicht heimischen Pflanzen dort am häufigsten vorkommen.

"Nicht heimische Pflanzen haben sich vor allem auf stark beweideten Flächen mit nährstoffreichem Boden ausgebreitet", sagt Dr. Soroor Rahmanian von der Universität Leipzig und iDiv. Diese Bedingungen würden sich häufig in weniger extrem trockenen Gebieten finden und Pflanzen begünstigen, die schnell wachsen und gut mit Störungen umgehen können. Neben der höheren Bodenfruchtbarkeit hätten schnellere Zersetzungsraten und ein größerer Pilzreichtum das Wachstum nicht heimischer Pflanzen begünstigt.

Artenvielfalt als natürlicher Schutzschild

Gleichzeitig zeigt die Studie, die im Fachjournal Nature Ecology & Evolution veröffentlicht wurde: Wo viele verschiedene einheimische Pflanzenarten vorkommen, haben nicht heimische Arten deutlich schlechtere Chancen. „Eine hohe biologische Vielfalt schützt Trockengebiete vor invasiven Pflanzen“, erklärt Rahmanian. 

„Trotz der großen ökologischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Trockengebieten wissen wir noch wenig darüber, welche Faktoren den Erfolg nicht heimischer Pflanzen dort bestimmen",  ordnet Prof. Dr. Nico Eisenhauer von der Universität Leipzig und iDiv die Ergebnisse ein. Entscheidend seien die jeweiligen Bedingungen vor Ort.

Die Forschenden fanden außerdem heraus, dass nicht heimische Pflanzen häufig größer werden und mehr Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen können. Das verschafft ihnen vor allem auf beweideten, nährstoffreichen Flächen einen Wettbewerbsvorteil.


Originalpublikation:
Veröffentlichung in „Nature Ecology & Evolution“: „Abiotic and biotic controls of non-native perennial plant success in drylands"

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