Moderne Autos müssen in Sekundenbruchteilen reagieren. Sensoren erfassen die Umgebung, Assistenzsysteme warnen vor Gefahren, Kameras liefern Bilder. All diese Daten müssen gleichzeitig und exakt zum richtigen Zeitpunkt ankommen. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden hat dafür einen neuen digitalen Baustein entwickelt, der Daten deutlich schneller und zuverlässiger durch ein Netzwerk schickt.
Der neue 10G TSN-Endpoint ermöglicht Übertragungsraten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde. Das ist etwa zehnmal schneller als bisherige Lösungen des Instituts. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass die Daten nicht nur schnell, sondern auch in genau festgelegten Zeitfenstern ankommen. Gerade in sicherheitskritischen Anwendungen ist das entscheidend.
Vom autonomen Auto bis zur smarten Fabrik
In modernen Fahrzeugen kann der Baustein als zentrales Rückgrat dienen, etwa für Assistenzsysteme, Infotainment oder Bordcomputer. Auch wenn mehrere Kameras, Radar- und Lasersensoren gleichzeitig Daten senden, kommen diese ohne Verzögerung und im richtigen Takt an. In der Industrie sorgt die Technologie dafür, dass Roboter, Maschinen und Bildverarbeitungssysteme exakt synchron zusammenarbeiten. Das erhöht die Zuverlässigkeit und Effizienz von Produktionsanlagen.
Im Förderprojekt CeCas entwickelt das Fraunhofer IPMS zudem eine leistungsstarke Rechnerplattform für hochautomatisierte Fahrzeuge, in der bereits noch schnellere Lösungen getestet werden. Weitere Netzwerk-Komponenten sollen noch in diesem Jahr folgen.