Jeden Tag fahren in Deutschland Millionen Diesel-Lkw über die Straßen, Baumaschinen graben auf Baustellen und Binnenschiffe transportieren Güter auf Flüssen. All diese Maschinen geben Schadstoffe in die Luft ab. Doch das könnte sich ändern. Forschende der Westsächsischen Hochschule Zwickau arbeiten an einem Motor, der statt Diesel Wasserstoff verbrennt und dabei kaum Schadstoffe ausstößt.
Die WHZ erhält dafür in den kommenden zwei Jahren drei Millionen Euro Fördermittel vom Freistaat Sachsen und der Europäischen Union. Das Geld stammt aus dem Programm InfraProNet, das innovative Forschungsprojekte unterstützt. Die Hälfte des Budgets fließt in neue Laborausstattung, die andere Hälfte in die Entwicklung des Motors selbst.
Von Grund auf für Wasserstoff gebaut
Das Besondere am Zwickauer Motorkonzept ist, dass es von Anfang an speziell für Wasserstoff konstruiert wird. Die meisten bisherigen Wasserstoffmotoren sind umgebaute Dieselmotoren. Der WHZ-Motor dagegen ist eine Neuentwicklung. Er nutzt ein spezielles Verbrennungsverfahren, bei dem Wasserstoff mit viel Luft gemischt wird. Eine Turboaufladung sorgt für zusätzliche Leistung. Durch clevere technische Lösungen beim Ladungswechsel und bei der Schmierung erreicht der Motor einen hohen Wirkungsgrad. Gleichzeitig stößt er minimale Schadstoffe aus. Das funktioniert sogar ohne Abgaskatalysator.
„Der Fokus des Vorhabens liegt ganz klar auf nachhaltiger Mobilität und Energieversorgung mit Verbrennungsmotor", fasst Walther zusammen. Gleichzeitig sei das Projekt ein wichtiger Schritt im Engagement der WHZ für angewandte Wasserstoffforschung. Die Arbeiten laufen bis Ende 2027. Dann könnte Sachsen einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende geleistet haben.