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Dresdner Wundauflage soll chronische Entzündungen stoppen

Herkömmliche Wundverbände wie diese können überschießende Entzündungen nicht stoppen. Die neue Auflage aus Dresden soll das ändern. © KI-generiert mit ChatGPT
Herkömmliche Wundverbände wie diese können überschießende Entzündungen nicht stoppen. Die neue Auflage aus Dresden soll das ändern. © KI-generiert mit ChatGPT

Das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden gründet die ResCure GmbH aus. Ihr neuer Wundverband neutralisiert Entzündungsstoffe und beschleunigt die Heilung um 50 Prozent. Der Marktstart ist für 2027 geplant.

Offene Wunden, die einfach nicht heilen wollen, sind für Betroffene eine Qual. Sie verursachen Schmerzen, schränken die Bewegungsfreiheit ein und können im schlimmsten Fall sogar zu einer Amputation führen. Das Problem dahinter ist oft eine überschießende Entzündung, die den Heilungsprozess blockiert. Eine wirksame Behandlung für diese Ursache gibt es bisher nicht. Doch das könnte sich bald ändern.

Das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) hat im Juni 2025 seine zehnte Ausgründung auf den Weg gebracht. Die ResCure GmbH will einen innovativen Wundverband auf den Markt bringen, der chronische Entzündungen gezielt bekämpft. Das Besondere daran ist ein spezieller Kunststoff, ein Polymer, der Entzündungsbotenstoffe im Körper neutralisiert. Derzeit läuft eine klinische Studie an mehreren Kliniken, die sich auf offene Beingeschwüre konzentriert. Die Zwischenergebnisse sind vielversprechend, die Studie soll im Sommer 2026 abgeschlossen werden.

Kunststoff fängt Entzündungsstoffe ab

Bei chronischen Hautwunden sorgt eine übermäßige Entzündung dafür, dass die Wunde nicht heilen kann. Immunzellen wandern immer wieder ein und schütten Entzündungsbotenstoffe aus. Das schädigt das Gewebe zusätzlich. Die Dresdner Technologie funktioniert anders als bisherige Wundauflagen. Nach umfangreicher Grundlagenforschung haben die Wissenschaftler ein einzigartiges Polymer-Material entwickelt. Dieses neutralisiert die entzündungsfördernden Botenstoffe durch gezielte elektrostatische Wechselwirkungen. Vereinfacht gesagt zieht das Material die schädlichen Entzündungsstoffe an wie ein Magnet und macht sie unschädlich.Daraus entstand die Wundauflage ResCure Dressing, die direkt auf die Wunde gelegt wird.

In Laborversuchen mit chronischen Wundmodellen übertraf der neue Verband die bisher besten Produkte deutlich. Die Wundheilung beschleunigte sich um bis zu 50 Prozent. „Mit ResCure Dressing verfolgen wir einen radikal innovativen Ansatz zur Auflösung chronischer Entzündungsprozesse", sagt Dr. Uwe Freudenberg, Geschäftsführer der ResCure GmbH. Das Unternehmen will die Wundauflage bereits 2027 auf den Markt bringen und später weitere Produkte für chronisch-entzündliche Erkrankungen entwickeln. Freudenberg hofft, dass dies vielen Patienten helfen und das Gesundheitssystem entlasten wird.

Europäische Union unterstützt den Transfer

Die ResCure GmbH hat vor Kurzem die Patente und Markenrechte vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden übernommen. Das schafft die Grundlage für die spätere Vermarktung. Die Europäische Union unterstützt den Technologietransfer über die Sächsische Aufbaubank mit Fördermitteln. Das junge Unternehmen bereitet sich systematisch auf die CE-Zertifizierung vor, die für Medizinprodukte in Europa vorgeschrieben ist. Parallel baut es die Produktion aus, um nach der Zulassung schnell liefern zu können.

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