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Alte E-Auto-Motoren werden zu neuen Rohstoffen

In Elektromotoren stecken wertvolle Seltene Erden. Freiberger Forscher entwickeln Verfahren, um diese Rohstoffe zurückzugewinnen. © Stefan Mundus-Weichert
In Elektromotoren stecken wertvolle Seltene Erden. Freiberger Forscher entwickeln Verfahren, um diese Rohstoffe zurückzugewinnen. © Stefan Mundus-Weichert

Dei TU Bergakademie ist Teil des Forschungsprojekts ReDriveS. 25 Partner suchen dabei nach Möglichkeiten, um künftig Elektromotoren effektiv und mit Hilfe von Robotern zu recyceln.

Elektromotoren treiben immer mehr Autos an. Doch was passiert mit ihnen, wenn sie ausgedient haben? In ihnen stecken wertvolle Materialien wie Seltene Erden, die bisher kaum wiederverwertet werden. Ein neues Großprojekt will das ändern.

Mitte Januar startete das Forschungsvorhaben ReDriveS offiziell, an dem auch die TU Bergakademie Freiberg beteiligt ist. Insgesamt 25 Partner aus Industrie, Mittelstand und Wissenschaft arbeiten daran, elektrische Achsantriebe automatisch zu zerlegen und die Rohstoffe zurückzugewinnen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit über 16 Millionen Euro. Insgesamt hat ReDriveS ein Volumen von mehr als 25 Millionen Euro.

Roboter lernen das Zerlegen

Das Herzstück sind automatisierte Demontageanlagen. Roboter sollen künftig elektrische Antriebe auseinandernehmen und dabei die einzelnen Bauteile sortieren. Besonders wichtig sind die Magnete aus Seltenen Erden wie Neodym. Diese Materialien sind knapp und ihre Gewinnung belastet die Umwelt stark. Durch Recycling lassen sich diese Rohstoffe wiederverwenden.

An der TU Bergakademie Freiberg entwickelt das Team um Prof. Alexandros Charitos und Daniel Vogt am Institut für Nichteisen-Metallurgie und Reinststoffe neuartige Recyclingprozesse für diese Seltene-Erden-Magnete. Die Freiberger Forscher arbeiten an Verfahren, um die wertvollen Materialien aufzubereiten und erneut nutzbar zu machen.

Digitale Helfer für nachhaltiges Recycling

Ein weiterer Baustein des Projekts sind digitale Zwillinge. Das sind virtuelle Abbilder der Antriebe, die alle wichtigen Informationen über Bauweise und Materialien enthalten. Diese digitalen Daten sollen herstellerübergreifend nutzbar sein. So wissen die Recyclinganlagen genau, wie sie verschiedene Motoren zerlegen müssen.

Das Projekt trägt dazu bei, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern. Gleichzeitig sinkt der CO₂-Ausstoß bei der Herstellung neuer Elektroautos. Die Schaeffler AG koordiniert ReDriveS. Zum Auftakt trafen sich über 80 Projektbeteiligte am Firmensitz in Herzogenaurach. Das Projekt läuft 36 Monate. Die Ergebnisse sollen helfen, künftige Recyclingquoten zu erfüllen und die Wertschöpfungskette der Elektromobilität widerstandsfähiger zu machen.

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