Ein neuer Dokumentarfilm über den letzten DDR-Staatschef Egon Krenz hat eine Kontroverse ausgelöst. Nach der Uraufführung des Werks «Kommunist» beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin kritisierten etwa der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in MV, Burkhard Bley, und die CDU im Schweriner Landtag die Produktion von Regisseur Lutz Pehnert.
«Geschöntes Bild von der DDR»
Bley bezeichnete den Film in einer Mitteilung als «misslungen». Die Produktion sei kein differenzierter Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern vermittele «bewusst ein geschöntes Bild von der DDR».
Der Film unterschlage historische Fakten und bediene sich manipulativ der Bildsprache der DDR-Propaganda. «Damit verhöhnen der Film und sein Protagonist Egon Krenz hunderte Todesopfer des unmenschlichen Grenzregimes und ihre Angehörigen und alle, die unter dem SED-Unrecht zu leiden hatten», so Bley.
Die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Katy Hoffmeister, sprach von einer politischen Verklärung des letzten DDR-Staatsratschefs. «Der Film vermittelt jungen Menschen ein gefährlich verzerrtes Bild der DDR», kritisierte sie.