Die Ostdeutschen haben nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Leben in der alten Bundesrepublik manchmal etwas überhöht. Das Leben sei sicherlich anders gewesen. «Aber für viele auch alles andere als leicht», sagte die Kanzlerin der «Frankfurter Rundschau» (Freitag) zum 30. Tag der Deutschen Einheit. «Die Vorstellung, dass das gesamte Leben in Westdeutschland so war wie ein «Westpaket», entsprach nicht der Realität. Es war auch in der alten Bundesrepublik für sehr viele Menschen ein hart erarbeitetes Leben.»
Die Kanzlerin sagte weiter: «Ich wünsche mir, dass unser Land weiter in Frieden und Freiheit leben kann. Das ist, wenn wir uns in der Welt umsehen, keine Selbstverständlichkeit.» Und in wichtigen Fragen sollte es einen großen Zusammenhalt zeigen. Zugleich sollte die Vielfalt weitergelebt werden können, die Deutschland ausmache. «Es muss nicht Mecklenburg-Vorpommern so werden wie Bayern oder Sachsen und umgekehrt. Und Vielfalt soll auch nicht reduziert werden auf Ost und West oder Stadt und Land, sondern es soll die Vielfalt sein, die die Menschen leben, die aus unserer Kultur und Geschichte und jedem Einzelnen von uns hervorgeht.»