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Winzer in Sachsen rüsten sich für das neue Weinjahr

Eine Traube der Sorte Weißburgunder hängt an einer Weinrebe. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Eine Traube der Sorte Weißburgunder hängt an einer Weinrebe. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Neben der Lese zählt der Rebschnitt zu den aufwendigsten Arbeit im Weinberg. Bis zum Austrieb im April muss alles vorbereitet sein für den neuen Jahrgang. Auch die ersten Weine werden schon abgefüllt.

Reben verschneiden, Drähte nachspannen, Boden düngen: Bei Sachsens Winzern laufen die Vorbereitungen für das neue Weinjahr. «Der Rebschnitt gehört zu den aufwendigsten Arbeiten im Weinberg», sagte der stellvertretende Vorsitzende des sächsischen Weinbauverbandes, Felix Hößelbarth. Vielerorts ist er spätestens Ende März zu Ende gegangen. Der Schnitt der Weinreben dauere meist mehrere Monate. «Das bleibt Handarbeit», so Hößelbarth. Der Rebschnitt sei entscheidend für Ertrag und Qualität.

Der Weinbauleiter auf dem Radebeuler Weingut Hoflößnitz geht davon aus, dass die Reben Ende April austreiben. «Dann beginnt die eigentliche Weinbergsarbeit.» Im sächsischen Weinbaugebiet seien die Reben gut über den Winter gekommen, trotz Minustemperaturen von bis zu 17 Grad. «Es war gerade noch so, dass es keine großen Schäden an den Reben gab.»

Schnee und Tauwetter hätten dafür gesorgt, dass im Frühjahr wieder mehr Wasser in den Böden sei. Dennoch reiche das nicht aus, um das Defizit der letzten Jahre auszugleichen. «Die Trockenheit macht uns Sorgen.» Ein viertes trockenes Jahr in Folge könnte selbst den älteren und robusteren Reben erheblich zusetzen.

Auf dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul werden jedes Jahr rund 300 000 Reben mit der Hand geschnitten. Ende November beginnen die Arbeiten und dauern bis Ende März. Zuletzt kommen die Burgundersorten, Müller-Thurgau sowie die Junganlagen dran. «Jeder Rebstock wird individuell geschnitten, abhängig von Sorte und Lage», so Weingut-Sprecher Martin Junge.

Lediglich eine elektrische Schere kommt hier und da zum Einsatz. Immerhin muss eine Fläche so groß wie 125 Fußballfelder (gut 90 Hektar) bearbeitet werden. Rund 240 Tonnen Rebholz schneiden die Winzer dabei von den Stöcken herunter. Dieses wird nicht verfeuert, sondern im April als Mulch in den Boden eingearbeitet.

Zudem werden auf Wackerbart bereits die ersten Weine des Jahrgangs 2020 angefüllt, unter anderem junge Weine wie Goldriesling oder Kerner. Mit der Qualität sei man sehr zufrieden. Allerdings haben Spätfröste und Trockenheit dem Staatsweingut im vergangenen Jahr ein Ertragsminus von etwa 25 Prozent beschert.

Auch in dem Radebeuler Weingut von Friedrich Aust reifen mit Weiß- und Grauburgunder die frühen Weine des Jahrgangs 2020, bevor sie Mitte April in Flaschen gefüllt werden. Derzeit werden die letzten Reben verschnitten. «Ostern sollte alles fertig sein», so Aust. Zudem wird derzeit der Boden mit einer speziellen Spatenmaschine schonend gelockert, damit die Reben gut in das Weinjahr starten. Ab Mitte April will der Winzer zudem am Zechstein oberhalb des Weinlehrpfades auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmeter neue Reben pflanzen.

Im vergangenen Jahr haben die sächsischen Winzer mit rund 21 000 Hektolitern eher einen durchschnittlichen Ertrag eingefahren. Mit gut 490 Hektar Rebfläche - einschließlich der zum Anbaugebiet gehörenden kleinen Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt - zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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