Der Freiberger Solarworld-Betriebsrat ist vom Insolvenzantrag für das Unternehmen kalt erwischt worden. «Wir sind alle mit der Situation ein Stück weit überfordert», sagte Betriebsratschefin Anke Martin-Heede am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe von der Entscheidung am Mittwochabend im Auto erfahren: «Wir haben das ja noch nicht erlebt. Der Insolvenzverwalter bestimmt nun, wie es weitergeht».
Wann es eine Belegschaftsversammlung gebe, sei noch unklar: «Unser Wunsch ist, die Belegschaft so früh wie möglich zu informieren.» Nach Angaben der Freiberger Solarworld-Sprecherin Susanne Herrmann versucht man am Donnerstag nach dem Motto «same procedure as every day» zu agieren.
Der Solartechnik-Hersteller Solarworld wollte im Laufe des Donnerstags den erwarteten Insolvenzantrag stellen. Das Unternehmen hatte am Mittwochabend überraschend - aber nicht völlig unerwartet - eingeräumt, keine Zukunft für das überschuldete Unternehmen mehr zu sehen und einen Insolvenzantrag angekündigt. Als Hauptgrund gilt der Preisverfall für Solarmodule.