Beim Ausbau der Windenergie gehört Sachsen weiter zu den Schlusslichtern in Deutschland. Im ersten Halbjahr seien nur zwei neue Anlagen mit zusammen sieben Megawatt Leistung hinzugekommen, teilten der Bundesverband Windenergie und der Fachverband VDMA Power Systems am Donnerstag mit. Zugleich wurde ein Windrad mit einem Megawatt zurückgebaut. Insgesamt verfügt Sachsen damit über 871 Windräder mit 1273 Megawatt. Das sei gerade einmal ein Anteil von zwei Prozent bundesweit.
Gemessen an der Fläche gibt es im Freistaat eine installierte Leistung von 69 Kilowatt pro Quadratkilometer. Weniger sind es nur in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. In den Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg etwa liegt der Wert fast vier Mal so hoch. Spitzenreiter Bremen und Schleswig-Holstein kommen sogar auf 479 beziehungsweise 456 Kilowatt pro Quadratkilometer.
Im ersten Halbjahr 2022 wurden bundesweit 238 neue Windräder mit einer Leistung von zusammen 977 Megawatt installiert - in etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. Um die Ausbauziele erreichen zu können, wird nach Expertenangaben das fünffache Volumen benötigt. Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der sogenannte Netto-Zubau im ersten Halbjahr bei 878 Megawatt, etwas mehr als im Vorjahresvergleich.