Trotz der Beteuerungen der sächsischen Staatsregierung sorgt sich die Wirtschaft angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine um die Gaslieferungen. «Die Unternehmen können in Bedrängnis geraten, schließlich gibt es in Sachsen eine energieintensive Industrie wie Maschinenanlagenbau, Stahlwerke, Automobilindustrie und auch die Chemie und Pharmabranche, die sehr auf Gas angewiesen sind», sagte Lars Fiehler, Sprecher der sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) am Mittwoch.
Zwar sei aktuell erst die Frühwarnstufe ausgerufen worden, aber die Unternehmen fragten bereits nach weiteren Stufen, die auch eine Priorisierung beinhalten könnten. «Die Alarmglocken sind gleich angesprungen. Sie wollen wissen, wer von einer Kürzung oder Kappung betroffen wäre», erläuterte Fiehler.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, hatten im Konflikt um russische Gaslieferungen zu Besonnenheit aufgerufen. «Die Unsicherheit im Markt und die enormen Risikoaufschläge auf die Rohstoffpreise gefährden Tausende Arbeitsplätze und belasten die Menschen enorm», teilten sie am Mittwoch nach einem Telefonat mit. Das Ausrufen der Frühwarnstufe durch die Bundesregierung habe bislang keine technischen Gründe. «Alle Lieferverpflichtungen werden bisher eingehalten. Die Versorgungssicherheit ist derzeit weiterhin gewährleistet.»