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Lieferengpässe: An Weihnachten drohen enttäuschte Gesichter

Spielzeugautos des deutschen Herstellers «Bruder». Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Spielzeugautos des deutschen Herstellers «Bruder». Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das passende Geschenk zu Weihnachten zu finden, ist oft nicht einfach. In diesem Jahr gibt es wegen der Lieferengpässe zudem ein Nachschubproblem. Die Regale sind zwar voll - aber bestimmte Artikel vielleicht nicht mehr lieferbar.

Die weltweiten Lieferengpässe könnten in diesem Jahr zur Weihnachtsbescherung für manch enttäuschte Kindergesichter sorgen. Neuerscheinungen und aktuelle Modelle sehr gefragter Produkte könnten wegen möglicher Produktionsengpässe knapp werden, teilte der Handelsverband Sachsen auf Anfrage mit. «Dass die Menschen bei ihrem Weihnachtseinkauf vor leeren Regalen stehen, ist aber nicht zu erwarten», betonte René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.

Für den Spielwarenhandel sei das Weihnachtsgeschäft schon immer sehr wichtig gewesen, bis zu 40 Prozent des Umsatzes würden im 4. Quartal erzielt, erläuterte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer beim Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. In den vergangenen Jahren waren immer mal wieder besonders nachgefragte Artikel bereits im Dezember ausverkauft. Nachbestellungen sind während des Jahres hier nicht mehr möglich.

Die Störungen bei Lieferketten haben laut Brobeil nun dazu geführt, dass auch Hersteller, die auf Vorprodukte aus Asien angewiesen sind - etwa auf Mikrochips, Sound-Module oder preisgünstige Kleinteile - längere Lieferzeiten haben. Das Problem der Warenverfügbarkeit betreffe in erster Linie aber Neuheiten, die für das 4. Quartal angekündigt waren.

Probleme bereitet demnach die Produktions- und Logistikebene im asiatischen Raum. «Beispielsweise ist die Beschaffung von Seefracht-Containern beeinträchtigt, da viele Container nicht an den Orten verfügbar sind, an denen sie gebraucht werden», sagte René Glaser. Der Handel müsse sich auf zunehmend unberechenbare Transportwege, Produktionsengpässe und damit auch steigende Produktions- und Beschaffungskosten einstellen. Und damit könnten auch die Preise für die Verbraucher steigen.

Der Platz unter dem Weihnachtsbaum wird also auch in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie und den Lieferengpässen nicht leer bleiben. Fraglich ist demnach aber, ob das Geschenk auch auf dem Wunschzettel stand.

Lieferengpässe sind für Ingo Loebner im nach eigenen Angaben ältesten Spielzeuggeschäft Deutschlands in Torgau derzeit ein wichtiges Thema. «Ein Großteil der Spielzeuge wird zumindest in Teilen in China produziert und da hakt es mit den Lieferungen», erläuterte der 45-Jährige. Seit 1685 werden in dem Geschäft Spielzeuge verkauft. «Aber eine solche Flaute gab es nicht einmal zu DDR-Zeiten», sagte Loebner, der das Geschäft in der 12. Generation führt.

Vorsichtshalber habe er bereits im Frühsommer sein Lager gefüllt und rechtzeitig Bestellungen aufgegeben. Insbesondere bei kleinen Kinderfahrzeugen, Puppen, Experimentierbaukästen und Bausteinen gibt es laut Loebner aber Probleme. So habe er von einem bestimmten Baustein-Artikel 300 Stück bestellt - und lediglich 18 bekommen. Er rät seinen Kunden, rechtzeitig vor Weihnachten Spielzeug einzukaufen.

Auch die Fahrradbranche, die eher zu den Gewinner der Pandemie zählt, klagt über logistische Probleme. «Es gibt zwar ausreichend Produkte. Wer aber sein Wunschmodell bezüglich Marke, Modell, Farbe und bestimmter Komponenten haben möchte, muss lange warten», erklärte David Eisenberger, Marketingchef des Zweirad-Industrie-Verbandes.

Vor allem bei E-Bikes gebe es wegen der hohen Nachfrage und der stockenden Logistik Probleme. «Bei bestimmten Produkten könnten es bis Weihnachten knapp werden», betonte er. Bei Kinderfahrrädern sehe die Situation etwas besser aus, weil diese zumeist etwas einfacher aufgebaut seien. Er rät den Kunden, frühzeitig zu bestellen oder auch Fahrradhändler im Umland aufzusuchen.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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