Sachsen will die Absage des Bundes an den Ausbau der Autobahn 4 von Dresden nach Görlitz nicht hinnehmen. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) forderte am Donnerstag seinen Bundeskollegen Volker Wissing (FDP) auf, die schriftliche Begründung zu der Entscheidung endlich nach Dresden zu übermitteln. «Unabhängig davon erwarte ich, dass der Bund seiner gesetzlich verankerten Verantwortung für den bedarfsgerechten Ausbau seiner Infrastruktur, der Verkehrssicherheit auf Autobahnen und gegenüber den staugeplagten Menschen in der Region gerecht wird, und die Planungen für den Ausbau der Bundesautobahn 4 östlich von Dresden unverzüglich wieder aufnimmt.»
Dulig ordnete die Bedeutung der Strecke in den europäischen Kontext ein. Über die A4 rollt der Verkehr in Richtung Polen und Ukraine, Lkw-Kolonnen bewegen sich hier wie an einer Perlenschnur aufgefädelt in Richtung Osten. «In den vergangenen Jahrzehnten haben die Verkehre auf der europäischen Ost-West-Achse der Bundesautobahn 4 rund um Dresden massiv zugenommen», erklärte der Minister. Es gehe mit einem Ausbau der A4 darum, «Verkehrsströme innerhalb Europas abzusichern».