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Inflation steigt rasant an

Der Thermostat einer Heizung in einer Privatwohnung. / Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild
Der Thermostat einer Heizung in einer Privatwohnung. / Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Der Krieg in der Ukraine sorgt für eine deutlich getrübte Stimmung bei der Wirtschaft in Sachsen und Ostdeutschland insgesamt. Das Ifo-Institut Dresden konstatierte mit Blick auf die ostdeutsche Wirtschaft, dass sich das Geschäftsklima massiv abgekühlt habe. «Ausschlaggebend für den Rückgang war die drastische Reduktion der Geschäftserwartungen in allen Wirtschaftsbereichen», stellten die Konjunkturexperten am Mittwoch fest. Zugleich meldete das Statistische Landesamt einen neuen Rekordwert bei der Inflation.

Der Geschäftsklimaindex sei auf 93,2 Punkte eingebrochen - im Vergleich zu 99,9 im Vormonat, teilte das Ifo-Institut mit. Im Februar hatte es noch einen Aufwärtstrend festgestellt.

Besonders pessimistisch blickten demnach viele Unternehmen auf die kommenden Monate. So brachen etwa die Erwartungen im Verarbeitenden Gewerbe deutlich ein. «Der zu Jahresbeginn vorherrschende Optimismus ist passé, die Unternehmen blickten überwiegend pessimistisch in die Zukunft», meldeten die Experten.

Das Ifo-Geschäftsklima Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.

Ein Grund für die schlechte Stimmung dürften die rasant steigenden Preise sein. Nachdem die Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen binnen eines Jahres schon im Februar um 4,9 Prozent gestiegen waren, erreicht die Jahresteuerungsrate März voraussichtlich 7,0 Prozent. Das teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch in Kamenz mit.

Besonders die Energiepreise heizten die Inflation an - sie stiegen durchschnittlich um mehr als ein Drittel (33,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. «Wer trotz eines milden Winters in diesem Monat seinen Tank mit Heizöl (104,8 Prozent) oder Flüssiggas (101,4 Prozent) befüllen musste, zahlte unverkennbar erheblich mehr als vor zwölf Monaten», teilten die Statistiker mit. Auch für Fernwärme (32,6 Prozent) und Erdgas (14,1 Prozent) mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Lebensmittel waren demnach 8,1 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar stiegen die Preise nach vorläufigen Daten um 2,4 Prozent.

Zumindest mit Blick auf das vergangene Jahr gab es vom Statistischen Landesamt am Mittwoch eine gute Nachricht: Sachsens Wirtschaftsleistung erholte sich 2021 etwas im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr 2020. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 2,5 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. 2020 war das BIP in Folge der Corona-Pandemie um 4,2 Prozent geschrumpft.

Damit fiel die Entwicklung über das ganze Jahr gerechnet niedriger aus als im ersten Halbjahr 2021. Für die ersten sechs Monate hatte das Statistische Landesamt ein Wachstum in Höhe von 4,3 Prozent gemeldet.

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