Die verbliebenen Einwohner des Dorfes Pödelwitz im Landkreis Leipzig fordern die Bundespolitik auf, sich für einen «wahrhaftigen» Erhalt ihres Ortes einzusetzen. Bei einem Besuch von Grünen-Abgeordneten übergab der Verein «Pödelwitz hat Zukunft» am Mittwoch einen offenen Brief, in dem die Bundespolitik zu einer aktiven Mitarbeit bei der Revitalisierung aufgerufen wird. Die Forderung gilt für Pödelwitz, aber auch für gerettete Orte im Rheinischen Revier wie Keyenberg, Kuckum oder Berverath.
««Gerettet» bedeutet derzeit, dass diese Dörfer größtenteils leerstehen und dass ihre Häuser verfallen», heißt es in dem Schreiben. Die Energieunternehmen RWE und Mibrag verhinderten eine Wiederbelebung. Ihnen gehöre ein Großteil der Häuser in diesen Ortschaften.
In Pödelwitz sind 80 Prozent der Grundstücke in den Besitz der Mibrag übergegangen. Das Bergbauunternehmen hatte sie umsiedlungswilligen Einwohnern abgekauft, als Pödelwitz noch die Abbaggerung drohte. Anfang 2021 war dann bekannt geworden, dass die Mibrag die Kohle unter Pödelwitz und im Groitzscher Dreieck nicht mehr abbauen will.