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Dampf bei Wasserstoff: Minister will faire Bedingungen

Martin Dulig (SPD) spricht. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild
Martin Dulig (SPD) spricht. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild

Sachsen will mit Blick auf die Energieversorgung Dampf beim Wasserstoff machen. «Wir haben als eines der wenigen Länder tatsächlich die Chance, Vorreiter bei grünem Wasserstoff zu sein», sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig der Deutschen Presse-Agentur am Freitag nach einem Besuch auf der Baustelle des neuen Gaskraftwerkes in Leipzig. In Sachsen sei bei Wasserstoff alles entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorhanden. «Es gibt Unternehmen für die Infrastruktur, Forschungseinrichtungen wie die in Chemnitz, Anlagenbauer wie Linde, Sunfire und Siemens Energy und Anwender - ob nun Stahlwerke oder die Energiewirtschaft.»

Dulig zufolge kann das Gaskraftwerk in Leipzig auch zu 100 Prozent auf Wasserstoff umgestellt werden. «Der furchtbare Krieg Russlands in der Ukraine hat uns vor Augen geführt, dass wir uns von Rohstoff- und Energielieferungen schneller unabhängig machen müssen. Es gibt einen riesigen Energiebedarf in Deutschland und vermutlich werden wir künftig grünen Wasserstoff und erneuerbare Energien importieren müssen. Wir brauchen aber ein unabhängiges System der Energieversorgung. Es geht bei der Frage eines Wechsels in der Versorgung nicht mehr um das «ob» und das «wie», sondern nur noch um das «wie schnell».» Der Krieg habe als Katalysator gewirkt.

Der SPD-Politiker äußerte sich auch zur Debatte über die Sicherheit der Energieversorgung. «Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie bei all ihren Entscheidungen auch alle Regionen in Deutschland im Blick hat.» Man sei bei der Versorgung mit Rohstoffen und Energie unterschiedlich betroffen. «Es ist wichtig, dass eine Regierung in Berlin sich verantwortlich fühlt und schaut, dass keine Region benachteiligt ist. Die ostdeutschen Bundesländer brauchen als Industrieländer Sicherheit. Es geht hier um faire Bedingungen für alle.»

Den Vorschlag von Ministerpräsident Michael Kretschmer, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, sieht Dulig skeptisch. Ein Bundesland, das selbst keine Kraftwerke hat, sollte nicht Vorschläge zulasten Dritter machen. «Atomenergie ist die teuerste und gefährlichste Energieform, die es gibt. Deshalb würde ich mich mit Ratschlägen zurückhalten. Für mich ist die Kernenergie keine Option.» Trotzdem müsse die Bundesrepublik als Industrieland sicherstellen, dass die Energieversorgung auch in den kommenden Jahren gewährleistet sei.

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