Die Verkehrssicherheit in Dresden zu stärken, ist ein großer und wichtiger Wunsch für alle Verkehrsteilnehmer, wie auch für die Stadt selbst. Unter vielen Ideen ist ein generelles „Tempo 30“ in der gesamten Stadt ein immer wieder aufkeimender Gedanke. Der ADAC sieht diesen Gedanken kritisch, da die Nachteile dieses Vorhabens die Vorteile deutlich überwiegen. Im Bundestag ist der Antrag auf ein Städteweites Tempo 30 Limit im Jahr 2019 bereits einmal gescheitert. Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen e.V., erklärt, warum ein Tempo 30 Limit zu viel Unmut führen wird und gleichzeitig auf Gefahren birgt.
„Viele Autofahrer würden eine durchgängige Tempo-30-Regelung für Dresden nur schwer akzeptieren, da sie unbegründet erfolgt“, erklärt Helmut Büschke. „Bisher wurden Tempo-30-Zonen aufgrund von Unfallschwerpunkten, zur besonderen Sicherheit vor Schulen und Kitas und in Wohngebieten installiert – damit sind bereits heute große Teile des Dresdener Straßennetzes mit einer Tempo 30 Regelung versehen. Hauptverkehrsstraßen sind bautechnisch für ein Tempo von 50 km/h ausgelegt und Unfälle da-rauf passieren meist an Kreuzungen oder Einmündungen, wo allein systembedingt geringere Geschwindigkeiten gefahren werden. Ein Abweichen des aktuellen innerstädtischen Tempolimits bringt viele Umstellungen wie auch Gefahren mit sich.“ Von Umstellungen wäre besonders der ÖPNV betroffen: Fahrstrecken im ÖPNV müssten auf ihre Dauer neu berechnet und anschließend die Fahrpläne angepasst werden. Um die bisherige Taktung zu halten, wäre es nötig, mehr Fahrzeuge auf die Strecke zu bringen. Daraus resultieren wieder erhöhte Kosten für die Nutzer des ÖPNV.