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Waldbrand an der Bastei: Grüne fordern Zugangsbeschränkungen

Feuerwehrleute stehen zusammen, um den Einsatz zu besprechen. / Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild
Feuerwehrleute stehen zusammen, um den Einsatz zu besprechen. / Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild

Nach dem Brand unterhalb der berühmten Bastei in der Sächsischen Schweiz haben die Grünen im betroffenen Landkreis mehr Schutzmaßnahmen gefordert. Der unachtsame Umgang einiger weniger werde immer mehr zur Gefahr, sagte Nino Haustein, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstag. Er kritisierte das fahrlässige Entzünden von Bränden durch Lagerfeuer oder weggeworfene Zigaretten. «Es ist daher sinnvoll, den Zugang zum Nationalpark bei hohen Waldbrandstufen und absehbaren Hitzeperioden einzuschränken.»

Nach dem Brand ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ursachenermittler seien am Brandort, es werde weder fahrlässige noch vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion am Dienstagmorgen auf Anfrage. Der Einsatzleiter der Feuerwehr geht davon aus, dass jemand eine brennende Zigarette von der Festungsanlage geworfen und so das Feuer ausgelöst hatte. «Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen», betonte der Stadtwehrleiter der Feuerwehr Bad Schandau, Kai Bigge, auf Anfrage.

Das Feuer war in der Nacht zum Montag ausgebrochen und hatte sich auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern ausgebreitet, mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Auch am Dienstag mussten Glutnester gelöscht werden. Der Einsatz eines Löschhubschraubers, den Sachsen aber ohnehin nicht hat, wäre laut Bigge in diesem Fall nutzlos gewesen. «Aufgrund der Steilheit des Geländes hätte eine solche Menge Wasser aus der Luft den Einsatz eher gefährdet, weil ein Großteil des Hanges hätte abrutschen können.»

Bigge hält dagegen ein zeitlich begrenztes Zugangsverbot bei höchster Waldbrandgefahrenstufe für sinnvoll. «Bestand ein Betretungsverbot, habe ich noch keinen Waldbrand erlebt», betonte er. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Waldbränden in der Sächsischen Schweiz. Als mögliche Ursache kommen oft schlecht oder falsch gelöschte illegale Feuerstellen in Betracht. Aus diesem Grund gilt im gesamten Nationalpark ein Verbot solcher Feuer.

Zur Vermeidung von Waldbränden hat die Polizei Kontrollen im Nationalpark Sächsische Schweiz verschärft. Erst am vergangenen Wochenende wurden drei Männern erwischt, die eine illegale Feuerstelle errichtet hatten. Eine andere Gruppe war gerade im Begriff, eine Feuerstelle zu errichten. Die Nationalparkverwaltung leitete entsprechende Verfahren ein.

Für Mittwoch hat der Deutsche Wetterdienst Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius vorhergesagt. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der Hitze warnen die Meteorologen weiter vor Waldbränden. Im Landkreis Nordsachsen und in Teilen von Meißen, Bautzen und Görlitz galt am Dienstag die höchste Gefahrenstufe 5.

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