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Sachsen registriert bis in den Herbst 179 Waldbrände

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz. / Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz. / Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Gleichung ist einfach: Mehr Trockenheit, mehr Waldbrände. Wie in den Trockenjahren 2018 bis 2020 hat es in Sachsen in diesem Jahr häufiger gebrannt als sonst. Mehr als 1000 Hektar Wald fiel den Flammen zum Opfer.

Sachsen hat 2022 überdurchschnittlich viele Waldbrände registriert. Laut Agrar- und Umweltministerium gab es bis Oktober 179 Brände. Dabei sei das Geschehen durch zwei Großbrände dominiert worden - dem Waldbrand in der Gohrischheide Ende Juli auf einer Fläche von 553 Hektar und im August im Nationalpark Sächsische Schweiz auf etwa 113 Hektar. Insgesamt war bei den Bränden eine Fläche von mehr als 1000 Hektar betroffen, hieß es.

Nach Landesforstpräsident Utz Hempfling erhöht der Klimawandel mit anhaltender Trockenheit die Gefahr von Waldbränden. Auf den Waldbrandflächen zeige sich aber generell eine relative hohe Regenerationsfähigkeit. Zum Teil sei schon eine Woche nach dem Löschen auf betroffenen Flächen wieder erstes Grün zu sehen gewesen. Das sei auch durch den Eintrag von Löschwasser in den Boden beflügelt worden: «Die Natur holt sich die Brandfläche wieder zurück.»

Laut Statistik wurden von 1990 bis 2021 in Sachsen 3282 Waldbrände registriert, das sind im Schnitt gut 100 jährlich. 91 Prozent dieser Brände fielen auf die Monate März bis Oktober. Am häufigsten brannte es im Juli und August, am seltensten im Januar. Die meisten Brände (84 Prozent) entstanden tagsüber in der Zeit zwischen 10 und 21 Uhr. Der Sonntag war der Wochentag mit den meisten Waldbränden. Nur vier Prozent der Brände wurde auf natürliche Einwirkungen wie Blitzschlag zurückgeführt, für mindestens zwei Drittel waren Menschen verantwortlich. Für den Rest konnte keine Ursache ermittelt werden.

Forstminister Wolfgram Günther (Grüne) widersprach Argumentationen, dass Totholz das Risiko von Waldbränden generell erhöht. «Das kann man nicht eins zu eins in Verbindung setzen. Es ist komplexer. Wir brauchen Totholz aus ganz vielen Gründen im Wald. In den verschiedenen Zerfallsphasen es einen wichtigen Lebensraum. Viele Arten sind genau daran gebunden. Wenn es das Totholz nicht gibt, dann gibt es auch diese Arten nicht», betonte der Minister. Mit Blick auf die Waldbrände sei aber noch viel wichtiger, dass Totholz die Vitalität des gesamten Ökosystems erhöhe.

«Der Zerfall des Holzes führt dazu, dass sich am Ende neuer Humus bilden könne. Totholz ist ein wichtiger Wasserspeicher. Das abgestorbene Holz wirkt wie ein Schwamm und ist damit wichtig für die Bodenfeuchte», erklärte er. Man habe bei den Bränden im Sommer aber auch gemerkt, wo Probleme auftreten können und untersuche das. «Klar kann die Feuerwehr in einem "aufgeräumten Wald" schneller an die Brandherde herankommen. Wir können wegen der verschiedenen Funktionen des Totholzes aber nicht den ganzen Wald leerräumen, um punktuell die Gefahr eines Brandes zu bannen.»

Nach Ansicht von Hempfling muss das Thema Totholz differenziert betrachtet werden. Wenn ein abgestorbener Baum Kontakt mit dem Boden habe, gehe seine Zersetzung relativ schnell vonstatten. Wenn ein Baum auf anderen trocken liege, geschehe das wesentlich langsamer. Im Sommer habe man gesehen, dass tote Bäume in der Regel zwar außen ankohlten, aber innen noch weiß waren. «Was brennt, sind vor allem Feinreisig und Bodenstreu.»

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