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Minister: Ende von Ressourcenverschwendung bei Textilien

Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) gibt eine Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) gibt eine Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Schnell aus der Mode und dann auf den Müll: Der Trend zu Fast Fashion sorgt in Industrieländern für einem Berg an unverkauften Textilien, die zu Abfall werden - mit fatalen Folgen für Umwelt und Klima.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) fordert eine Trendwende beim Umgang mit Bekleidung. «Der Trend zu Fast Fashion geht zu Lasten von Umwelt und Klima», sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Man brauche dringend eine Veränderung hin zu langlebigen Textilien, die auch repariert und recycelt werden können. Mit diesem Thema will sich am Freitag auch die Umweltministerkonferenz befassen.

«Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern halte ich es für notwendig, dass Hersteller und Händler nachvollziehbarer als bisher dokumentieren, wie sie mit unverkaufter Ware umgehen. Für mich ist es unverständlich, dass die Vernichtung von Waren in der Regel kostengünstiger ist als andere Formen der Weiternutzung», sagte Günther. Aus Sicht des Ressourcenschutzes sei das nicht länger hinnehmbar.

«Ich bin der Auffassung, dass das Recycling von Textilien und Fasern insgesamt gestärkt werden muss. Wir brauchen europaweite Märkte für recycelte und wiederverwendbare Textilien sowie für Recyclingfasern», erklärte Günther. Er könne sich gut vorstellen, dass Verbraucher bei einer mündigen Kaufentscheidung unterstützt werden, indem Informationen über die Lebensdauer und Kreislauffähigkeit von Textilien in bestehende Label wie den grünen Knopf integriert werden. Das Überangebot nicht benötigter Kleidung hatte sich in der Corona- Pandemie mit geschlossenen Geschäften zugespitzt. Manche der großen Firmen bieten nicht mehr wie früher Sommer- und Winterkollektionen, sondern produzieren für eine Fülle von Mini-Saisons. Das bedeutet, dass de facto jede Woche eine neue Kollektion in den Laden kommt. Dadurch wächst das Überangebot stetig, im gleichen Maße nimmt die Qualität der Kleidungsstücke nach Meinung von Experten jedoch weiter ab. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist eine erweiterte Herstellerverantwortung für den Textilbereich in Deutschland bislang nicht geregelt. Frankreich hat das bereits für Bekleidung, Textilien und Schuhe eingeführt, Schweden und die Niederlande planen entsprechende Regelungen. Auch auf europäischer Ebene fehlt es an einer gemeinsamen Herstellerverantwortung für den Textilbereich.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH