Weitere Finanz- und Beratungshilfen können die niedrige Gründeraktivität in Ostdeutschland aus Sicht eines Ilmenauer Praktikers kaum ankurbeln. Ohne Nachfrage brauche es auch keine neuen Angebote, sagte der Chef des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ), Rüdiger Horn. Stattdessen müsse Unternehmertum an den Hochschulen Pflichtfach werden. Wer die Grundlagen lerne, werde nicht nur ein guter Gründer, sondern auch eine gute Führungskraft oder ein guter Angestellter. An der Uni Ilmenau sei Unternehmertum ein Wahlpflichtfach, so der TGZ-Chef.
Horn stützt seine Argumentation auf eine Studie von Forschern der TU Ilmenau. Demnach steht Unternehmertum bei einem Fünftel der Mathe-, IT-, Naturwissenschafts- und Technik-Studiengänge (Mint) an ostdeutschen Hochschulen auf dem Lehrplan. Thüringen lag mit 19,1 Prozent im ostdeutschen Schnitt.
In Ostdeutschland ist die Gründertätigkeit Studien zufolge seit Jahren schwächer ausgeprägt als im Rest der Republik. Dabei gehört Deutschland im Europavergleich ohnehin zu den gründungsscheueren Staaten.