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Tor-Klau und starker Blaswich: Leipzig bereit für Glasgow

Leipzigs Torhüter Janis Blaswich gestikuliert. / Foto: Torsten Silz/dpa/Archivbild
Leipzigs Torhüter Janis Blaswich gestikuliert. / Foto: Torsten Silz/dpa/Archivbild

Die kleine Siegesserie von RB Leipzig reißt in Mainz. Das hatte auch etwas mit einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung zu tun. Zeit für Ärger bleibt nicht, schon am Montag geht es nach Glasgow.

Den Schiri-Frust von Mainz muss Janis Blaswich schnell abhaken. Denn obwohl der Ärger über das 1:1 inklusive einer merkwürdigen Abseitsentscheidung gewaltig sein dürfte, geht es für den neuen Stammtorwart von RB Leipzig flugs vom Alltagsgeschäft Fußball-Bundesliga auf die große Bühne der Champions League. Und das womöglich vorentscheidende Gruppenspiel bei Celtic Glasgow am Dienstag (21 Uhr/DAZN) dürfte für Blaswich zur Feuertaufe werden.

«Ich versuche immer ans Limit zu gehen und möchte dem Team helfen. Ich bin da, wenn ich gebraucht werde. Jetzt werde ich gebraucht», sagte der 31-Jährige. Blaswich hat in seiner langen Karriere zwar schon viel erlebt, doch durch den Kreuzbandriss von Peter Gulacsi erhält sein Job noch einmal eine neue Dimension. Im Hinspiel gegen Celtic spielte er erstmals in der Champions League und die zu erwartende Atmosphäre beim schottischen Meister dürfte auch Blaswich so noch nicht erlebt haben.

Da ist es durchaus förderlich, dass sich der Torwart mit starken Leistungen den Rückhalt der Mannschaft im Eiltempo erarbeitet hat. Auch in Mainz hielt Blaswich die Mannschaft in der schwachen ersten Halbzeit mit zwei Glanzparaden im Spiel. Schon gegen Celtic hatte der im Sommer aus Almelo gekommene Schlussmann größeren Schaden verhindert. «Er strahlt Ruhe und Klarheit aus, trifft klare Entscheidungen. Wir haben großes Vertrauen in Janis», betonte Trainer Marco Rose.

Und dass der Club in Orjan Nyland in Kürze einen weiteren Torwart verpflichten wird, ist eher als Vorsichtsmaßnahme zu sehen. Denn die Personaldecke im Tor ist dünn, hinter Blaswich hat der Club nur zwei Teenager im Kader. «Es wäre vermessen, so in die Champions League zu gehen», sagte Rose. Man brauche einen erfahrenen Torwart, der seine Rolle kennt und schon in der Bundesliga gespielt habe. Das trifft auf den 32 Jahre alten Nyland zu, der schon beim FC Ingolstadt im Tor stand und zuletzt in England aktiv war.

Dass Leipzig am Montag nicht mit einem weiteren Sieg im Gepäck nach Glasgow fliegt, verstehen nur wenige. Ein klares Tor von Abdou Diallo zum 1:1 wurde von Schiedsrichter Felix Brych aberkannt, da Willi Orban bei der Standardsituation im Abseits gestanden haben soll. Allerdings griff der ungarische Nationalspieler nicht in das Spiel ein, behinderte auch nicht die Sicht des Mainzer Torwarts. Ein klarer Fall von passivem Abseits, sollte man denken. Doch weder Brych noch der Kölner Videokeller sahen das offenbar so.

Für Rose völlig unverständlich. «Wir haben heute ein zweites Tor geschossen, das hätte zählen müssen. Die Abseitsregel ist aus meiner Sicht schwierig ausgelegt in der Situation», sagte Rose, der durch den dann zählenden Ausgleich durch Christopher Nkunku in der 80. Minute wenigstens einen Punkt mitnahm. Rose bewertete die Entscheidung der Unparteiischen als «komische Regelauslegung».

Dadurch bleibt Leipzig im Mittelfeld der Liga hängen. In der Champions League droht das immerhin nicht. Holt man in Glasgow mindestens einen Punkt, ist schon mal das direkte Duell mit den Schotten gewonnen. Mit einem Sieg könnte man sogar auf Platz zwei vorrücken, wenn Donezk zeitgleich gegen Real Madrid verliert. Am letzten Spieltag wäre so ein Endspiel um das Achtelfinale gegen den ukrainischen Meister in Warschau vorprogrammiert.

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