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Marktlücke Football: European League of Football expandiert

Die Hochzeiten der europäischen World League im American Football Mitte der neunziger Jahre sind noch weit entfernt, doch Stück für Stück soll die im vergangenen Jahr erstmals ausgespielte European League of Football an den erfolgreichen Vorgänger heranreichen. «In fünf Jahren wollen wir eine Liga mit 24 Teams haben in zehn oder 13 Ländern. Nächste Saison haben wir zwölf Teams aus fünf Ländern und erweitern die Reichweite um 100 Millionen Menschen. Wir werden Jahr für Jahr vier neue Teams dazubekommen», sagte Liga-Chef Zeljko Karajica der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits zum Start der zweiten Saison am 4. Juni will der 51-Jährige die nächsten vier Teams für die dritte Spielzeit im Jahr 2023 unter Vertrag genommen haben, damit die Mannschaften zwölf Monate Vorbereitungszeit haben. Sorgen, die Liga auf die Stärke von 24 Teams in den kommenden vier Jahren zu bekommen, hat der Medienmanager nicht. «Es wird deutlich einfacher, Teams zu finden. Es haben sich ganz viele bei uns gemeldet nach der ersten Saison, weil die Interessenten gesehen haben, dass es nach Football aussieht. Es gibt ganz viele Spieler, die Interesse an der Liga haben», sagte Karajica, der zugleich Investor beim Fußball-Drittligisten Viktoria Berlin sowie dem österreichischen Erstligisten Austria Klagenfurt ist.

Mit der Aufstockung der Liga geht auch der Zuschauerzuspruch einher. «Ich gehe davon aus, dass wir 300.000 Tickets für die 75 Spiele knacken werden – für eine Liga, die es vor zwölf Monaten noch nicht gab. Wir werden deutliche Sprünge erleben», sagte Karajica. In der Vorsaison waren unter Corona-Bedingungen und bei vier Teams weniger gut 90.000 Zuschauer in den Stadien. Karajica setzt auf den Erlebnischarakter beim American Football: «Football ist im Unterschied zum Fußball ein Happening. Die Leute gucken zusammen mit zehn, zwölf Leuten, nahezu niemand guckt alleine. In den USA campen die Leute vor dem Stadion und machen sich ein schönes Wochenende dabei mit Barbecue und Fernsehen.»

Beim Fußball hingegen kämen die Zuschauer drei Minuten vor dem Anpfiff und würden zehn Minuten vor Abpfiff gehen, um nicht im Stau zu stehen. «Wenn dann Helene Fischer in der Halbzeit spielt, ist es das Drama schlechthin, weil sie unseren Fußball kaputt macht und die Wurzeln und Werte des Fußballs mit Füßen tritt», sagte Karajica, der auch den kroatischen Schwergewichtsboxer Filip Hrgovic betreut, «in den USA würde niemand sagen, dass Tom Brady schlechte Leistungen bringt, weil in der Halbzeit Eminem singt.»

Auch in der ersten Saison wollten die Zuschauer trotz der Pandemie die so genannten Power Parties erleben. Beim Endspiel in Düsseldorf «waren die ersten Zuschauer schon drei Stunden vorher da. Die verbringen einen ganzen Tag bei uns», sagt Karajica, «wir haben alle Zutaten, wir brauchen aber ein wenig Zeit. Ich glaube, dass ist eine Marktlücke. Das ist eine Sportart, die bedient werden will. Die Zielgruppe ist da und die Leute interessieren sich dafür.»

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