Die Sorben und Wenden in der Lausitz wollen fortan mit einem eigenen Parlament Politik machen. Am Samstag konstituierte sich der Serbski Sejm in Schleife (Landkreis Görlitz). Die Initiative für das Sorbische Parlament hatte sieben Jahre an dem Projekt gearbeitet. Unterstützung seitens der Länder Sachsen und Brandenburg oder des Bundes blieben aus. Der Sejm besteht aus 24 Abgeordneten und verlangt vor allem Selbstbestimmung bei Bildung und Kultur.
Zur sorbischen Minderheit zählen 60 000 Menschen. Unklar ist bisher, wie Sachsen und Brandenburg mit Beschlüssen des Parlamentes umgehen.
Sejm-Sprecher Martin Walde sprach von der «ersten frei gewählten, demokratisch legitimierten Volksvertretung der Sorben und Wenden» in ihrer 1400 Jahre alten Geschichte. Man wolle das völkerrechtlich zustehende Recht auf Selbstbestimmung in vollem Umfang in Anspruch nehmen und auf Augenhöhe mit politischen Entscheidungsebenen des Landes verhandeln. Die Notwendigkeit eines eigenen Parlamentes verknüpfte er mit einer kritischen Bestandsaufnahme.