Die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen nimmt immer mehr zu. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Pflegekassen ergeben. Als ein Grund dafür gilt die Pflegereform. Dabei wurde das System unter anderem Anfang 2017 von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade umgestellt. Dadurch haben mehr Menschen Anspruch auf Pflegeleistungen, etwa Demenzkranke. Laut GKV-Spitzenverband haben die Pflegereformen der vergangenen Jahre zu einem «Boom der Pflegeleistungen» geführt. Demnach könnte die Zahl der Leistungsempfänger von deutschlandweit 2,95 Millionen im Jahr 2016 auf rund 3,46 Millionen Ende dieses Jahres steigen.
Wie groß die durch die Reform verursachte Steigerung in Sachsen ausfällt, ist noch nicht bekannt. Laut Gesundheitsministerium wird erst Ende des Jahres mit den Ergebnissen einer statistischen Erhebung von Dezember 2017 gerechnet. Den Angaben zufolge gibt es in Sachsen 885 stationäre Pflegeeinrichtungen mit rund 55 300 Pflegeplätze.
«Ja, auch in Sachsen ist die Umsetzung der Pflegereform spürbar», erklärte die Pressesprecherin der Barmer Krankenkasse in Sachsen, Claudia Szymula. Seit Inkrafttreten der Pflegestärkungsgesetze I bis III von 2015 bis März 2018 sei die Zahl der Leistungsanbieter in der Pflege um rund sechs Prozent gestiegen. Parallel dazu habe sich die Zahl der Leistungsbezieher kassenübergreifend von rund 167 000 um rund acht Prozent auf rund 174 000 erhöht.