Junge Generation zieht weiterhin nach Westen
Die Abwanderung von jungen Menschen aus den ostdeutschen Bundesländern in den Westen setzt sich weiter fort. Im letzten Jahr zogen erneut mehr 18- bis 29-Jährige von dort in den Westen als umgekehrt, mit einem Netto-Zugewinn von 7.100 Personen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) bekannt gab. Bei diesen Berechnungen wurde Berlin nicht berücksichtigt.
Demografische Veränderungen in Ostdeutschland
Es wird festgestellt, dass der kontinuierliche Wanderungsverlust Ostdeutschlands gegenüber dem Westen in dieser Altersgruppe seit 1991 weiterhin anhält. Dieser Trend dürfte hauptsächlich auf die Abwanderung junger Menschen zum Zwecke des Studiums oder der beruflichen Ausbildung zurückzuführen sein. Seit 1991 sind insgesamt netto 727.000 Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren aus den ostdeutschen Ländern in den Westen abgewandert.
Die jahrzehntelange Entwicklung trägt auch dazu bei, dass der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter im Osten niedriger ausfällt. Laut dem Zensus 2022 waren in den ostdeutschen Ländern (ohne Berlin) 57,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahre alt. In den westdeutschen Ländern lag der Anteil dagegen bei 61,6 Prozent. Anteilig die wenigsten Menschen im erwerbsfähigen Alter gab es in Sachsen mit rund 57 Prozent, die meisten in Berlin mit rund 64 Prozent. Zudem liegen die zehn Kreise mit dem niedrigsten Anteil der 18- bis 64-Jährigen allesamt im Osten. Das Schlusslicht bildet dabei Dessau-Roßlau (53,4 Prozent).