Sie lehnen den deutschen Staat ab, haben eine eigene Währung, Ausweisdokumente und Gesetze: Das «Königreich Deutschland» gilt als größte Gruppierung sogenannter Reichsbürger und Selbstverwalter. Wenige Tage nach seinem Amtseintritt hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Verein verboten. Die Bundesanwaltschaft lässt vier mutmaßliche Köpfe der Gruppe festnehmen, in mehreren Bundesländern werden Gebäude durchsucht. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Verein und den Ermittlungen:
Welches System steckt dahinter?
Ziel der Gruppe sei es, das System der Bundesrepublik Deutschland durch ihr eigenes zu ersetzen, teilt die Bundesanwaltschaft mit. Mitglieder sollten demnach etwa von der Steuer- und Sozialabgabepflicht befreit sein. Dafür habe die Gruppierung eine eigene Währung, ein eigenes Bank- und Versicherungssystem und ein Meldeamt mit fiktiven Ausweisdokumenten geschaffen.
Finanziert wurde die Gruppe laut Bundesanwaltschaft vor allem durch verbotene Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie über Spenden und Einnahmen aus Seminaren. Für neue Anhänger gab es «Systemausstiegsseminare». Zudem wurden demnach Gelder durch das Anwerben von Unternehmen eingenommen, denen im Gegenzug in Aussicht gestellt wurde, über den Verein umsatz- und sozialabgabenfrei ihre Waren und Dienstleistungen vertreiben zu können.
Wer ist Peter Fitzek?
Der in Halle in Sachsen-Anhalt geborene Peter Fitzek gründete 2012 in Wittenberg das «Königreich Deutschland» und leitete es als sogenannter «Oberster Souverän». Laut Bundesanwaltschaft verfügte er als solcher «über die Kontrolle und Entscheidungsgewalt in allen wesentlichen Bereichen». So habe er etwa die ideologische Ausrichtung bestimmt und eigene «Gesetze» erlassen.