Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt sieht den ländlichen Raum oft zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt. «Die Situation wird negativer dargestellt, als sie ist», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich gebe es hier auch Probleme. Die Verkehrsanbindung etwa müsse verbessert werden, auch die Versorgung in einigen Bereichen wie etwa im Gesundheitswesen.
«Auf der anderen Seite bieten der ländliche Raum und das Leben auf dem Lande große Möglichkeiten, die man in den großen Ballungszentren gar nicht mehr hat», sagte der Minister. Auf dem Lande gebe es noch Gewerbeflächen zu günstigen Preisen. «Man kann dort auch preiswerter wohnen. Wir sprechen viel zu wenig über die Lebensqualität, die es dort gibt. Auch Schulen und Kitas sind hier im Schnitt in einem besseren Zustand als in den Städten.»
«Man darf sich aber keinen Illusionen hingeben. Ich habe in meinem Wahlkreis einen Ort mit etwa 1600 Einwohnern und 24 Ortsteilen. Da wird auch künftig nicht in jedem Ortsteil ein Arzt praktizieren und jede Stunde ein Bus dorthin fahren», stellte Schmidt klar. Das sei den Bewohnern bewusst. Individuelle Mobilität werde auf dem Land immer eine größere Rolle spielen. Deshalb müsse man sich vor allem um die Knotenpunkte kümmern, etwa um Möglichkeiten von Park und Ride.