Eigentlich schien schon alles über die Bühne gegangen zu sein: Im Januar vergangenen Jahres wurde das Rittergut des Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann in Kohren-Sahlis (Landkreis Leipzig) für 160 000 Euro an einen Bieter aus Oberhausen verkauft. Doch der Käufer ließ die Frist zur Zahlung des Kaufpreises verstreichen, ohne das Geld zu überweisen. Deshalb beantragte der Abwasserzweckverband Whyratal, bei dem Hoffmann mit mindestens 170 000 Euro in der Kreide steht, eine erneute Versteigerung des unter Denkmalschutz stehendes Ensembles. Diese wurde vom zuständigen Amtsgericht Leipzig auf kommenden Mittwoch (6. September, 09.00 Uhr) festgesetzt.
Die Versteigerung des mehr als 60 000 Quadratmeter großen Baudenkmals hatte im vergangenen Jahr unter keinem guten Stern gestanden. Damals war der Bieter nicht selbst vor Gericht erschienen, sondern hatte sich von einer Bevollmächtigten vertreten lassen. Diese sorgte nach dem Versteigerungstermin für einen Skandal. Auf die Frage nach der durch den Käufer geplanten Nutzung erklärte sie, dort solle ein Konzentrationslager entstehen.