Mit Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Beseitigung noch immer bestehender ostdeutscher Benachteiligungen ziehen die Linken in Sachsen in den Bundestagswahlkampf. Ein entsprechender Leitantrag wurde am Samstag von einem Landesparteitag in Glauchau (Kreis Zwickau) mit großer Mehrheit beschlossen. «Auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert besteht die Spaltung Deutschlands fort», heißt es darin. Für die Benachteiligung etwa bei Einkommen und kommunalen Einnahmen gebe es keine hinnehmbaren Gründe.
27 Jahre nach der Einheit habe die bundesdeutsche Politik noch keine Ahnung vom Osten, sagte der Landesvorsitzende Rico Gebhardt. Dies zeige sich nicht nur bei Renten und Niedriglöhnen. Seine Partei dürfe sich nicht scheuen, den Begriff «Osten» in den Mund zu nehmen. «Vom Weglassen des Begriffs gehen die tiefgreifenden Unterschiede in Ost und West nicht einfach weg.»
Zu Beginn hatte die Bundesvorsitzende Katja Kipping die knapp 180 Delegierten auf den Wahlkampf eingestimmt. «Wir, die Linke, sind die Sozialgarantie für dieses Land», sagte die Dresdnerin. «Wir stellen die gemeinsamen Interessen der Mitte und der Armen in den Mittelpunkt.»