Abschuss oder strenger Schutz: Die Meinungen über den richtigen Umgang mit dem Wolf in Sachsen gehen im Landtag weit auseinander. Während sich Vertreter von CDU und AfD am Freitag bei einer Debatte über Wölfe für eine Anpassung ihres Schutzstatus' und eine Regulierung der Bestände aussprachen, forderten Linke und Grüne einen besseren Herdenschutz. SPD-Politiker Volkmar Winkler sah zwar beim Status als streng geschütztes Tier keinen Handlungsbedarf, stimmte aber auch einer Reduzierung der Population zu.
Agrar- und Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) räumte zunächst mit Vorurteilen auf und reihte die Debatte in einen größeren Zusammenhang ein. «Niemand siedelt aktiv irgendwo Wölfe an, das sind Prozesse der Natur.» Da komme es auch zu Konflikten. Der Mensch sei bis heute sehr erfolgreich gewesen, Tiere auszurotten. «Wir stecken in einer ganz fundamentalen Biodiversitätskrise.» Es gebe viele Tiere, die Konflikte verursachen. Und dennoch müsse man etwa mit Biber, Kormoran und Krähe zusammenleben und schauen, wo die realen Probleme sind.