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Schulsozialarbeit in Sachsen soll weiter gestärkt werden

Abgeordnete nehmen an einer Landtagssitzung teil. / Foto: Kristin Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Abgeordnete nehmen an einer Landtagssitzung teil. / Foto: Kristin Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Sachsen will die Schulsozialarbeit ausbauen und dafür im neuen Doppelhaushalt mehr Geld ausgeben. Das stellten die Vertreter der Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und SPD am Donnerstag im Landtag klar. Nach Angaben der SPD sollen die Mittel in den beiden kommenden Jahren um 3,4 Millionen Euro beziehungsweise 3,3 Millionen Euro steigen. Insgesamt stünden damit 73,2 Millionen Euro bereit. Der Regierungsentwurf für den Doppeletat sah zunächst 66,5 Millionen Euro vor. Per Änderungsantrag wollen die Koalitionsfraktionen nun eine Erhöhung durchsetzen. Der Haushalt wird im Dezember beschlossen.

Sachsen hatte 2017 ein Landesprogramm für die Schulsozialarbeit aufgelegt. Seit August 2018 wird diese Arbeit an allen Oberschulen komplett finanziert. Insgesamt fördert das Land diesen Bereich derzeit an mehr als 600 Schulen. «Unser Ziel bleibt Schulsozialarbeit an allen Schulen. Das gilt und wird Schritt für Schritt weiter umgesetzt», erklärte die SPD-Abgeordnete Juliane Pfeil.

Die Schulsozialarbeit ist eine kommunale Aufgabe, die mit dem Landesprogramm zusätzlich unterstützt wird. Die Kommunen können auch darüber hinaus in Schulsozialarbeit investieren. Nahezu alle Rednerinnen und Redner einer Debatte zur Schulsozialarbeit bezeichneten diese am Donnerstag als Erfolgsmodell.

«Kinder und Jugendliche lassen Probleme, Nöte und Zukunftsfragen nicht an der Schultür. Egal, ob Sorgen in der Schule, Zuhause oder mit Freunden - Schule ist mehr als Unterricht», sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). CDU-Politiker Alexander Dierks bezeichnete die Schulsozialarbeit als Qualitätsfaktor. Das Landesprogramm müsse immer weiter organisch ausgebaut werden. Nicht nur an Oberschulen gebe es Probleme. Luise Neuhaus-Wartenberg (Linke) erinnerte daran, dass manche Schulsozialarbeiter keine volle Stelle haben und zwischen den Schulen pendeln müssen.

Nach Ansicht von Grünen-Politikerin Kathleen Kuhfuß darf Schulsozialarbeit aber nicht «als Reparaturwerkstatt missverstanden werden für alles, was Lehrkräfte in einer vielfältigen Schulgemeinschaft herausfordert und vielleicht auch überfordert». Schulsozialarbeit sei eine Leistung der Jugendhilfe, in dieser Form gesetzlich verankert und finanziert. Sie sei nicht der Schule verpflichtet, sondern den Schülern sowie den Erziehungsberechtigten.

Nach Angaben des Sozialministeriums kamen 2021 in allgemeinbildenden Schulen des Freistaates auf einen Schulsozialarbeiter 624 Schüler. Schätzungen zufolge besteht das beste Verhältnis dabei an Förderschulen und Oberschulen mit einer Quote von 1 zu 350, das schlechtestes Verhältnis an Gymnasien mit 1 zu 1500. Experten halten ein Verhältnis von 1 zu 150 für ideal.

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