Der frühere sächsische FDP-Chef Holger Zastrow will seiner Partei den Rücken kehren. Nachdem er am Vormittag gegenüber Medienvertretern seinen Parteiaustritt erklärt hatte, veröffentlichte er später eine Stellungnahme und begründete seine Entscheidung mit Unzufriedenheit über die aktuelle Politik der Ampel-Koalition unter Beteiligung der FDP. Er wolle ein Zeichen setzen, dass auch er nicht mit der derzeitigen Politik einverstanden sei und sich große Sorgen um Deutschland mache, hieß es. Zuerst hatten am Dienstag die «Bild»-Zeitung und «Sächsische.de» über den Parteiaustritt berichtet.
«Wie bekannt, fremdele ich schon länger mit vielem, was unsere Partei heute ausmacht, und stellte mir schon oft die Frage, ob die FDP noch meine Heimat ist», schrieb Zastrow in seiner Erklärung. «Solange Guido Westerwelle die FDP führte, war es meine Partei. Mit seinem Sturz begann ein schleichender Entfremdungsprozess.» Ausschlaggebend seien schließlich die Bauernproteste gewesen. Das habe ihn an 1989 erinnert. «Die Politik der Ampel ist aus meiner Sicht falsch, und zwar so vollkommen, dass ich es kaum in Worte fassen kann.»