Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) hat am Freitag ein erfolgreiches Börsendebüt in Amsterdam gefeiert. Im frühen Handel kletterten die Aktien des Herstellers von Militärfahrzeugen und Munition auf bis zu 33 Euro. Der Verkaufspreis im Zuge des Börsengangs hatte bei 25 Euro je Aktie gelegen. Gegen Mittag kosteten CSG-Papiere noch rund 31,80 Euro. Das teilten Nachrichtenagenturen mit.
Die Marktkapitalisierung von CSG erreichte bis zu 33 Milliarden Euro und lag damit etwa doppelt so hoch wie jene der deutschen Rüstungsunternehmen Renk und Hensoldt zusammen. Rheinmetall kommt aktuell auf ein Gewicht von fast 83 Milliarden Euro. Ab 2027 sollen zudem 30 bis 40 Prozent des Gewinns an die CSG-Aktionäre fließen. Nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg wäre der Börsengang der größte, den jemals zuvor ein Rüstungsunternehmen vollzogen hat. Abnehmer der Aktien sollen vor allem institutionelle Investoren wie Investmentfonds sein.
Das Geschäft von CSG boomt seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Unternehmen liefert Fahrzeuge und Munition an den angegriffenen Staat. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres erzielte CSG einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Rund ein Viertel davon stammte aus der Ukraine.
Aus Sicht des Analysten Maximilian Wienke vom Broker eToro steht der Börsengang exemplarisch für den Boom im europäischen Rüstungsmarkt. Das Wachstum der Branche sei stark geopolitisch getrieben, vor allem durch den Ukraine-Krieg und die globale Aufrüstung. Strukturell steigende Verteidigungsausgaben in Europa sprächen langfristig für den Sektor.
Die Aktie ist auch in Deutschland handelbar, zum Beispiel bei der DKB. Auf der populären Online-Tradingplattform Trade Repuplic allerdings noch nicht.