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Tschechien verbessert sich im Korruptionsindex

Symbolbild Korruption / pixabay stevepb
Symbolbild Korruption / pixabay stevepb

Transparency International hat den Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2025 veröffentlicht: Tschechien landet auf Platz 39 von 182 Staaten und verbessert sich damit gegenüber Rang 46 im Vorjahr. Mit 59 von 100 Punkten bleibt das Land jedoch unter dem EU-Durchschnitt von 62 Punkten und erreicht nur das Niveau von 2018, wie Ondřej Kopečný, Programmleiter von Transparency International Tschechien, betont.

Der Index bildet ab, wie gut Politik und Verwaltung gegen Korruption vorgehen und ob Verstöße kontrolliert sowie juristisch verfolgt werden. Für die Bewertung greift Transparency International auf Datenquellen wie Weltbank und Weltwirtschaftsforum zurück. Kopečný hebt hervor, dass positive Signale vor allem in der Regierungszeit von Petr Fiala sichtbar wurden: Es seien unter anderem Maßnahmen zu Whistleblower-Schutz und Lobbyismus verabschiedet worden, die das Vertrauen gestärkt hätten.

Trotzdem bleiben nach Einschätzung von TI viele Baustellen offen. Kritisch sehen Experten die umfangreichen Befugnisse des Direktors des Kartellamtes, Petr Mlsna; eine geplante Reform, die Entscheidungsbefugnisse streuen sollte, wurde bislang nicht umgesetzt. Zudem besteht der ungelöste Interessenkonflikt um Ex-Premier Andrej Babiš und dessen Konzern Agrofert weiter. Kopečný warnt auch vor einer Novelle des Beamtengesetzes, die den Schutz staatlicher Angestellter gegenüber politischem Druck schwächen könnte, sowie vor Regierungsplänen, NGOs stärker einzuschränken oder die Rundfunkgebühren abzuschaffen – Maßnahmen, die die Unabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Medien gefährden könnten.

Fazit: Der Aufstieg im CPI 2025 ist ein positives Signal, aber kein Durchbruch. Transparency International mahnt zur Fortsetzung struktureller Reformen und zu klaren Regeln gegen Interessenkonflikte, damit der gemessene Fortschritt nicht wieder verlorengeht. An der Spitze des Rankings steht erneut Dänemark mit 89 Punkten; am Ende liegt der Südsudan mit neun Punkten.