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Erfolgreiche Waffenamnestie in Tschechien

Waffenzulauf bei der Polizei. Foto: Policie CR
Waffenzulauf bei der Polizei. Foto: Policie CR

Eine tschechische Waffenamnestie bringt bisher einen Zulauf von 787 Schusswaffen, seltene historische Stücke und Tausende Schuss Munition. Die Polizei warnt vor eigenem Transport von Sprengstoff.

Schon ein erfolg, oder? Seit Anfang des Jahres läuft in Tschechien eine Waffenamnestie, bei der Bürger illegale Waffen freiwillig abgeben oder legalisieren lassen können, sofern sie den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die Aktion soll illegale Bestände reduzieren und historisch wertvolle Stücke sicherstellen. Das teilte Radio Prague International mit. 

Im ersten Monat der Amnestie übernahm die Polizei 787 Schusswaffen, 20.000 Stück Munition, 144 Patronen und 53 Gramm Sprengstoff von Privatpersonen. Die Angaben stammen aus offiziellen Polizeiberichten und zeigen ein breites Spektrum abgegebener Gegenstände von modernen Waffen bis zu historischen Relikten. Polizeisprecherin Irena Brodská sprach von ungewöhnlichen Funden: „Im Rahmen der Waffenamnestie sind auch interessante Gegenstände aufgetaucht, wie beispielsweise ein einzigartiges deutsches VG-45-Gewehr im Wert von einer Million Kronen. Ebenfalls wurde ein französisches Maschinengewehr der Marke Hotchkiss aus der Nachkriegszeit abgegeben.“ Solche Stücke wecken sowohl historisches als auch kriminaltechnisches Interesse.

Das Volkssturmgewehr VG-45 war ein einfaches Selbstladegewehr im Kaliber 7,92 × 33 mm, das in der Endphase des Zweiten Weltkrieges zur Ausrüstung des Volkssturms beschafft wurde. In Tschechien existieren derzeit nach Angaben der Polizei nur zwei bekannte Exemplare. Die Übergabe eines solchen Stücks ist für Experten von besonderer Bedeutung. Daneben wurde eine französische Hotchkiss-Maschinenwaffe sowie eine in Deutschland hergestellte Erma-EMP-Maschinenpistole abgegeben, ein Modell, das zwischen 1925 und 1940 gefertigt und von Polizeikräften sowie Spezialeinheiten genutzt wurde. Ebenfalls eingereicht wurden eine Nachbildung der Waffe aus dem Film „Der Schakal“ sowie zwei selbstgebaute Waffen.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, Munition und Sprengstoff nicht eigenständig zur Dienststelle zu bringen. Nach Angaben der Behörde könne schon die Handhabung oder der Transport eine Explosion auslösen. Bürger sollen in solchen Fällen die Polizeinummer 158 anrufen; Bombenentschärfungsexperten übernehmen die sichere Bergung.

Alle abgegebenen Waffen und die Munition werden von Experten untersucht. Ziel der Analysen ist unter anderem festzustellen, ob eine Waffe bei einer Straftat verwendet wurde. Ergibt die Prüfung keine Verbindung zu einem Verbrechen, kann der Besitzer innerhalb von sechs Monaten die nötigen Dokumente beantragen, um den Besitz legalisieren zu lassen. Die Amnestie gewährt somit eine befristete Möglichkeit zur Legalisation und sicheren Abgabe. Die Aktion läuft, wie die Polizeibehörde mitteilt, bis Ende Juni. Danach gelten wieder die regulären Melde- und Strafvorschriften für nicht registrierte Waffen.