In Tschechien ist dieser Tage ein Mann festgenommen worden, der der Spionage für China verdächtigt wird. Er hat Journalist für die chinesische Tageszeitung Guangming Daily gearbeitet. Das teilte Radio Prague International mit.
Der Mann hat einen chinesischen Namen und war in Tschechien offiziell als Auslandskorrespondent akkreditiert. Ihm wird vorgeworfen, in Tschechien für seine Regierung spioniert zu haben. Die Investigativredaktion des Tschechischen Rundfunks berichtet, dass der Verdächtige seit mindestens Januar 2024 in Tschechien war und Interviews mit Politikern, Wirtschaftsvertretern und Akademikern geführt hat. Gleichzeitig soll er den Geheimdienst seines Landes mit Informationen versorgt haben, so die Erkenntnisse des tschechischen Inlandsnachrichtendienstes BIS.
Vana Karásková, China-Expertin bei der Assoziation für internationale Fragen (AMO) in Prag, erläutert den Nutzen dieser offenbar falschen Identität: „Der chinesische Nachrichtendienst braucht Leute, die sich aus einem legitimen Grund in dem jeweiligen Land aufhalten. Gleichzeitig müssen sie auch einen Anlass haben, sich mit bestimmten interessanten Menschen zu treffen. Die Chinesen wählen als Mitarbeiter oft Journalisten aus, aber ebenso Geschäftsleute, Studenten oder Akademiker – also immer jemanden, der einen guten Grund dafür hat, sich zu Gesprächen zu verabreden.“