Schriftliches Dividieren, Kommazahlen, klassische Rechenverfahren: Niedersachsen setzt für die Grundschule andere Prioritäten. Doch Sachsen wird sich diesem neuen Trend nicht anschließen. Das teilte das Kultusministerium am Montag mit. "Unsere Haltung in Sachsen ist klar: Wir halten am schriftlichen Dividieren in der Grundschule fest", so Kultusminister Conrad Clemens. Im 2025 aktualisierten Lehrplan für Mathematik an Grundschulen wird die schriftliche Division weiterhin als Lernziel vorgegeben.
Das Kultusministerium in Niedersachsen hatte angekündigt, ab dem kommenden Schuljahr auf die schriftliche Division im Grundschulbereich zu verzichten. Das schriftliche Dividieren verschwindet vollständig aus der Grundschule, ebenso das Rechnen mit Kommazahlen – mit einer Ausnahme, nämlich bei Geldbeträgen, berichtet das Bildungsmagazin News4Teachers. Die Änderungen gelten verbindlich für alle Schulen. Für die Klassen 1 und 2 greifen sie spätestens ab dem Schuljahr 2026/2027, für die Klassen 3 und 4 ab 2027/2028. Kinder, die dann eingeschult werden, lernen bestimmte Rechenverfahren erst in der weiterführenden Schule – oder gar nicht mehr. Die Begründung des Ministeriums: Das schriftliche Dividieren sei das komplexeste der schriftlichen Rechenverfahren. Es sei besonders fehleranfällig, etwa beim Schätzen von Ziffern oder beim Setzen von Nullen. Stattdessen solle der Fokus in der Grundschule darauf liegen, dass Kinder Division als Aufteilen und Verteilen verstehen und den Zusammenhang zur Multiplikation begreifen.
Viele Eltern haben jetzt Sorge, dass ihre Kinder am Ende weniger können als bisher. Schriftliches Dividieren sei doch eine Kernkompetenz.
Sachsens Kultusministerium sieht das auch so und will nichts ändern. Die schriftliche Division werde in Klassenstufe 4 im Lernbereich Zahl und Operation weiterhin behandelt. Diese Lernzielebene gebe eine grundlegende Orientierung.
Text: Ulf Mallek