Jüngere und ältere Menschen gehören zu den Verlierern auf dem Wohnungsmarkt im Kreis Meißen. Die Situation wird immer prekärer, insbesondere für die rund 3.520 Azubis im Landkreis, von denen viele noch bei ihren Eltern wohnen. "Das ist nicht immer ganz freiwillig", sagt Jörg Borowski von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Er weist darauf hin, dass Azubis zunehmend Schwierigkeiten haben, eine eigene Wohnung bezahlbar zu finden.
Insbesondere problematisch wird es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil Wohnkosten zu hoch sind. "Wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können, ist das tragisch", kritisiert Borowski. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Dresden warnt: "Wenn Ausbildungsverträge aufgrund von Wohnungsmangel und hohen Mieten scheitern, ist das nicht akzeptabel. Die heimische Wirtschaft kann sich das nicht leisten."
Angesichts dieser Lage fordert Borowski, dass der Bund und der Freistaat Sachsen den Neubau von Azubi-Wohnungen unterstützen, insbesondere in der Nähe von Ausbildungszentren. Er spricht sich auch für Steueranreize aus, wenn Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Azubis eine Unterkunft erhalten. Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt betreffen nicht nur Azubis, sondern auch Studierende. Borowski fordert daher gezielte Förderungen für den Bau von studentischen Wohnheimen in Universitätsstädten.