Ein 20-Jähriger, der seit Freitagmorgen per Öffentlichkeitsfahndung gesucht wurde, hat sich am Samstagnachmittag der Polizei gestellt. Der junge Mann aus Syrien wurde am Amalie-Dietrich-Platz in Dresden festgenommen, nachdem er um 14:35 Uhr den Notruf gewählt und seinen Standort angegeben hatte. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.
Er steht im Verdacht, am 24. August, gegen 00:25 Uhr, an einem Angriff auf einen 20-jährigen US-Amerikaner in einer Straßenbahn der Linie 7 beteiligt gewesen zu sein. Dabei soll er dem Opfer mit einem Messer Schnittverletzungen im Gesicht zugefügt haben, was eine gefährliche Körperverletzung zur Folge hatte. Seit Dienstag befindet sich bereits ein zweiter syrischer Tatverdächtiger in Untersuchungshaft.
Aufgrund eines bestehenden Haftbefehls konnte die Polizei den Syrer festnehmen. Der 20-Jährige wird nun zeitnah dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheiden wird. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an und werden voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Der Angegriffene hatte sich nach der Tat selbst zu Wort gemeldet. In einem Instagram-Video bescheinigte er Deutschland ein „Einwanderungsproblem“, in späteren Interviews war er mit einer großen Narbe im Gesicht zu sehen. Er sagte, er sei „sehr dankbar“ für die öffentliche Unterstützung, die er erhalten habe. Die US-Botschaft verurteilte die Attacke „aufs Schärfste“ und forderte ein schnelles und entschiedenes Vorgehen gegen die Täter.
Staatsminister Armin Schuster: "Mit der heutigen Festnahme des zweiten Tatverdächtigen ist den Ermittlern ein wichtiger und zügiger Erfolg gelungen. Die beteiligten Kräfte haben starken Verfolgungsdruck aufgebaut und damit die hohe Schlagkraft und Professionalität der sächsischen Polizei unter Beweis gestellt."
Der Vorfall in Dresden habe hohe Wellen geschlagen und viel Berichterstattung erzeugt, umso wichtiger sei es, dass nun im rechtsstaatlichen Verfahren der Sachverhalt vollständig aufgeklärt und die mutmaßlichen Täter konsequent zur Verantwortung gezogen werden. "Die Courage und Entschlossenheit, die der junge US-Amerikaner mit seinem beherzten und mutigen Einschreiten bewiesen hat und auch im persönlichen Gespräch zeigt, erfahren zu Recht große Anerkennung und sind vorbildlich."