Strehla treibt die Wärmewende voran: Gemeinsam mit Sachsen-Energie und dem Ingenieurbüro Seecon arbeitet die Stadt an ihrem kommunalen Wärmeplan, der die Grundlage für eine klimafreundliche, bezahlbare und zukunftssichere Wärmeversorgung schafft. Das teilten die Stadt und der Versorger Sachsen-Energie mit. Projektstart war im Mai 2025. Jetzt liegen erste Analyseergebnisse vor. Am Dienstag fand ein Akteursworkshop und eine Bürgerinformationsveranstaltung in der Rathausscheune statt.
Die Bestandsanalyse zeigt: Der jährliche Wärmebedarf der Stadt liegt bei rund 49,7 Gigawattstunden (GWh). Die Wärmeversorgung basiert überwiegend auf fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl. Immerhin bereits 27 Prozent der Wärme stammen dabei aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus biogenen Brennstoffen.
Die Potenzialanalyse macht deutlich: Strehla verfügt über mehrere Wege, um die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zur Realisierung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 zu erfüllen. Zum einen kann das bereits bestehende Wärmenetz im Ortsteil Paußnitz, welches derzeit durch zwei Biogasanlagen betrieben wird, perspektivisch erweitert werden. Darüber hinaus bietet das zentrale Stadtgebiet mit dem bestehenden Erdgasnetz Potenzial für eine zukünftige Wasserstoffinfrastruktur. Dieses ist grundsätzlich „H₂-ready“, eine Umstellung hängt jedoch von überregionalen Entwicklungen, der Verfügbarkeit und den politischen Rahmenbedingungen ab. Parallel dazu spielen außerdem dezentrale Wärmelösungen eine wichtige Rolle. Wärmepumpen und andere erneuerbare Technologien können einen Großteil der Gebäude in Strehla individuell und effizient versorgen. Zusätzlich eröffnet die Lage an der Elbe große Chancen: Der Fluss stellt eine bedeutende Umweltwärmequelle dar, die für Wärmepumpensysteme genutzt werden kann. Auch Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf Freiflächen bieten enormes Potenzial für die Energieversorgung.