In Amerika gilt er nach Angaben von Experten noch heute als einer der wichtigsten Philosophen aus dem Land der Dichter und Denker. Einige seiner Schüler wanderten dorthin aus und gaben seine Vorstellungen von der Welt an ihre Studenten weiter. In Deutschland dagegen ist Hermann Lotze fast vollständig in Vergessenheit geraten. Anlässlich seines 200. Geburtstags soll nun an den gebürtigen Bautzener mit einer Ausstellung unter dem Titel «Denken im Zwiespalt» und einer Tagung im Museum Bautzen erinnert werden.
Die Schau sollte am Freitagabend eröffnet werden. Sie präsentiert unter anderem Modelle zu Lotzes philosophischen Ideen, Biografisches und seine Werke.
Wie Ausstellungskurator Ulrich Schollmeyer betonte, galt Lotze neben Georg Wilhelm Friedrich Hegel als einer der bedeutendsten Denker im 19. Jahrhundert. «Mit seiner Arbeit traf er eines der tiefsten Bedürfnisse seiner Zeit, nämlich eine Synthese herzustellen zwischen dem Idealismus, wie er durch Kant und seine Nachfolger in Deutschland wirkte und den mechanistischen Ansichten der sich rasant entwickelnden Naturwissenschaften», sagte Schollmeyer. Der Museumspädagoge hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Leben und dem Denken Lotzes auseinandergesetzt.