Am Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen führt momentan das Krisenmanagement Regie. Nachdem am Mittwoch bei Wartungsarbeiten plötzlich die Sprinkleranlage anging und rund 6.000 Liter Löschwasser über der Bühne, dem Orchestergraben und weiteren Räumen ausschüttete, läuft nun zunächst die Schadensaufnahme.
«Bis Dienstag haben wir jetzt alle Vorstellungen abgesagt. Dann kommt der Gutachter und dann wissen wir, wie wir weitermachen können», sagte Pressesprecherin Gabriele Suschke auf Anfrage. Die ersten Scheinwerfer seien bereits in der Reparatur. Jetzt schaue man, wo man was beschaffen könne. Auch die Elektronik der Sicherheitsanlage sei beschädigt. «Wir können aus verschiedenen Gründen momentan nicht spielen.»
Trocknen statt Theater spielen
Suschke zufolge gibt es noch keinen genauen Überblick zu den Schäden. «Wir sind gerade am Sichten und Trocknen, um zu schauen, was noch verwertbar ist.» Momentan werfe der Bühnenboden Wellen. Die Gutachter müssten klären, ob er reparabel ist oder ausgetauscht werden muss. «Das zieht sich sicher noch eine Weile hin.» Dennoch werde versucht, in der kommenden Woche mit den ersten Vorstellungen im eingeschränkten Spielbetrieb weiterzumachen.
Theater in Bautzen 2009 schon einmal betroffen
Nach Angaben der Sprecherin gab es 2009 schon einmal einen vergleichbaren Fall in Bautzen. Damals habe die Sprinkleranlage aber ausgelöst, ohne das die Brandanlage gewartet wurde. «Auch damals stand die Bühne unter Wasser. Wir waren nur diesmal schneller.» Man habe die Anlage schon nach drei Minuten wieder ausschalten können. «Wir wussten, was wir zu tun hatten. Es haben sofort alle Kollegen gewischt, auch die Schauspieler. Die Feuerwehr hat den Keller ausgepumpt.»
Wasserschäden durch Sprinkleranlagen im Theater sind kein Einzelfall. 2016 hatte es das Kleine Haus des Staatsschauspiels in Dresden erwischt. Damals ergossen sich etwa 40 000 Litern über die Bühne. Die Mitarbeiter verglichen das seinerzeit mit einem «subtropischen Regen». «Man konnte die Hand vor Augen kaum noch sehen», hieß es.
Im Herbst 2022 traf es das Gerhart Hauptmann-Theater in Görlitz. Nach einem Fehler im Brandmeldesystem ging gleichfalls die Sprühflutanlage auf der großen Bühne des historischen Theatergebäudes an. Binnen weniger Minuten wurde der gesamte Bühnenbereich von etwa 28.000 Litern Wasser geflutet, was einen Schaden in Millionenhöhe verursachte.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten