Im bislang umfangreichsten Fall von NS-Raubgut beim Goethe- und Schiller Archiv sind Handschriften des von den Nationalsozialisten getöteten Sammlers Beno Kaufmann an dessen rechtmäßige Erben übergeben worden. Der in den USA lebenden Familie sei auf deren Wunsch ein Brief und eine Einlegemappe aus der Sammlung Kaufmanns zugeschickt worden, teilte die Klassik Stiftung Weimar am Dienstag mit.
39 Briefe, ein Gedichtmanuskript und eine Einlegemappe mit handschriftlichen Anmerkungen des Sammlers identifizierten die Fachleute der Klassik Stiftung im Bestand des Goethe- und Schiller-Archivs. Auch andere Häuser fanden in ihrem Besitz Handschriften aus Kaufmanns Sammlung: die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), das Freie Deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. und das Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar.
Die SLUB teilte mit, dass die systematische Forschung dort 23 Autographen, also Handschriften, der Sammlung identifiziert habe, darunter etwa einen Brief des Staatsmanns und Dichters Eduard von Schenk an den Schriftsteller Ludwig Tieck (1773-1853).