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Moderne in Barockarchitektur: Saisonbeginn in Pillnitz

Schloss Pillnitz beherbergt eines der bedeutendsten Museen für regionales und internationales Kunsthandwerk. Geöffnet ist das Dresdner Kunstgewerbemuseum aber nur im Sommerhalbjahr - und wuchert dann mit seinen Pfunden.

Das Dresdner Kunstgewerbemuseum wartet in der Saison 2022 mit Hochkarätigem aus dem Bestand auf. Nach den Erfahrungen mit Großprojekten in der Corona-Pandemie gebe es eine Rückbesinnung auf Vorhandenes und den eigenen Bestand, sagte Direktor Thomas A. Geisler am Freitag zum Saisonauftakt. In drei Ausstellungen treffen Arbeiten aus der Schenkung Sammlung Hoffmann an die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) und Design auf Historisches.

Die begehbare Installation «Inside-Outside» der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota besteht aus Holzfenstern von Ostberliner Baustellen, die nach der Wende durch Kunststoff-Billigware ersetzt wurden. Sie thematisiere Aufschwung und Modernisierung, Transformation und Kulturtransfer, sagte Geisler.

Das konsumkritische Projekt «Spoon Archaelogy» setze sich im Zuge des Verbots von Kunststoffbesteck in der EU mit der Frage von Nachhaltigkeit und veränderten Essgewohnheiten auseinander. Der im Design Campus des Museums kuratierte deutsche Beitrag zur London Design Biennale 2021 basiert auf der Sammlung der Frankfurter Designer Kai Linke und Peter Eckart. Für die Schau untersuchten sie die Pillnitzer Bestecksammlung. Darin finde sich auch historisches Gerät für mobiles Essen, aus Elfenbein, Ebenholz oder sehr fein gearbeitetem Metall. «Das war zu kostbar zum Wegwerfen.»

Eine Kabinettausstellung gibt Einblick in das Forschungs- und Restaurierungsprojekt zum größten Bestand an Latz-Möbeln in der Welt - und einen Vorgeschmack auf die 2024 geplante und weltweit erste Schau zum wichtigsten Pariser Kunsttischler des Stils Louis XV., Jean-Pierre Latz (1691-1754). Seine Möbel und Uhren kauften auch Sachsens Kurfürsten - und Friedrich der Große.

Am 25. Mai öffnet in den sanierten Kaiserzimmern die neue Dauerausstellung «Gestaltung um 1800», samt einer prominenten Neuerwerbung: ein Kronleuchter aus vergoldeter Bronze mit böhmischem Glasbehang aus der Chursächsischen Spiegelfabrik, damals eine der führenden mitteleuropäischen Manufakturen für messingmontierte Glaswaren und Leuchter.

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