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Internationale Schostakowitsch Tage mit Musik zur Ukraine

Zwei Mal war der Komponist Dmitri Schostakowitsch in Gohrisch in der Sächsischen Schweiz zu Gast. Hier schuf er das 8. Streichquartett, das als persönliche Abrechnung mit Stalin gilt. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg erlangt seine Musik eine ergreifende Aktualität.

Die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch stellen neben Musik aus der Feder ihres Namensgebers auch Werke ukrainischer Komponisten vor. Man reagiere damit auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, «vor dessen Hintergrund auch die Musik von Dmitri Schostakowitsch wieder eine erschreckende Aktualität erlangt hat», sagte der Künstlerische Leiter, Tobias Niederschlag, am Freitag in Dresden. Das Festival vom 30. Juni bis 3. Juli bietet etwa zahlreiche Werke des wohl bedeutendsten lebenden Komponisten der Ukraine, Valentin Silvestrov, der selbst nach Gohrisch kommt.

Der inzwischen 84-Jährige war vor einigen Wochen aus Kiew nach Berlin geflüchtet und soll am 2. Juli den diesjährigen Schostakowitsch- Preis in Empfang nehmen. Bei dieser Gelegenheit will er eigene Stücke auf dem Klavier interpretieren. Zudem spielen weitere Werke von ihm eine Rolle. Der 2020 entstandene Dokumentarfilm «V. Silvestrov» ist erstmals in Deutschland zu sehen, hieß es. Zum führe man jenes Programm mit Werken von Silvestrov und Franz Schubert auf, das unlängst in Moskau von der Polizei vorzeitig abgebrochen worden sei.

Neben der Musik Silvestrovs stehen im Eröffnungskonzert am 30. Juni Werke des ukrainischen Komponisten Yuri Povolotsky auf dem Programm, darunter zwei Uraufführungen. «Neues» ist auch von Schostakowitsch (1906-1975) zu hören. Dmitri Jurowski bringt in einem Konzert der Staatskapelle Dresden seine eigene Bearbeitung des Liederzyklus auf Gedichte von Marina Zwetajewa zur Uraufführung. Außerdem erklingt erstmals eine erweiterte Konzertsuite der Schauspielmusik zu «Die menschliche Komödie». Musik von Sofia Gubaidulina der Schostakowitsch-Preisträgerin von 2017 - wird gleichfalls gespielt.

«Nach zwei Jahren, in denen die Schostakowitsch-Tage pandemiebedingt virtuell beziehungsweise mit einem Ausflug ins Festspielhaus Hellerau stattgefunden haben, sind wir überaus glücklich, nun wieder nach Gohrisch zurückzukehren», sagte Niederschlag. Schostakowitsch war hier zwei Mal in einem Gästehaus der DDR-Regierung zu Gast und hatte in Gohrisch auch komponiert. Daran erinnert das Festival, das international Aufmerksamkeit genießt. Regelmäßig kommen auch Stars aus dem In- und Ausland zu diesem Anlass in die Sächsische Schweiz.

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