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Freistaat fördert Sanierung einzigartiger Adel-Prunksärge

Mit staatlicher Unterstützung kann der Bestand der Schönburger Fürstengruft auf Schloss Lichtenstein restauriert werden. Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) übergab am Mittwoch einen Fördermittelbescheid über 300.000 Euro an den Eigentümer. Damit solle das Inventar der 1797 angelegten Gruft wissenschaftlich untersucht, restauriert und konserviert werden.

Die Restaurierung der 20 Prunksärge kostet den Angaben nach rund 528.000 Euro. Die ab 1800 hergestellten Objekte hätten den Charakter eines Alleinstellungsmerkmals und böten «einen seltenen Blick in eine Übergangszeit auf dem Weg zur Moderne», sagte Schmidt. Nirgendwo sonst seien bisher Beispiele von Prunksärgen aus der früheren Zeit der Industrialisierung in der Bestattungskultur nachgewiesen worden. «In vergleichbaren Inventaren von Grablegen des Land- und Hochadels im deutschsprachigen Raum fanden industriell gefertigte Särge erst deutlich später Verwendung.»

Bisher flossen nach Ministeriumsangaben knapp vier Millionen Euro von Bund und Land zum Erhalt des Kulturdenkmals. Das im 13. Jahrhundert bereits als Herrensitz nachgewiesene Schloss war bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Familie Schönburg, dem wichtigsten Fürstengeschlecht Sachsens nach den Wettinern. Danach nutzte es die katholische Kirche als Altenheim.

Die Fürstengruft, in der sich weitere Metall- und Holzobjekte befinden, ist seit den 1950er Jahren zugänglich. Sie und die Schlosskapelle sollen auch künftig für Besucher offen sein - das Schloss wird derzeit zu einem Fünf-Sterne-Wellnesshotel umgebaut.

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