Gut 300 Jahre nach seinem Rivalen im Ringen um die polnische Königskrone «residiert» Sachsens legendärer Barockfürst August der Starke hoch über der Mulde auf Burg Mildenstein in Leisnig (Mittelsachsen). Die zu dessen 350. Geburtstag im Vorjahr für Schloss Moritzburg bei Dresden arrangierte Ausstellung «Mythos August» beleuchtet Privatleben und Image des Wettiners, der Kurfürst von Sachsen und König von Polen war, die Künste förderte, den Genuss und die Frauen liebte. Trotz Corona steht der Eröffnungstermin 1. April, sagt Kuratorin Claudia Fischer. «Wir hoffen, dass wir auf jeden Fall kurz nach Ostern öffnen können.»
Auf dem Kornhausboden zeugen Filme, Tafeln, Installationen und Kunstwerke von der Legendenbildung, die mit der Selbstinszenierung des Monarchen begann, aber auch von Verachtung und Diffamierung. Friedrich August (1670-1733) wurde nach dem überraschenden Tod seines älteren Bruders 1694 Kurfürst von Sachsen. Für die polnische Krone wechselte er den Glauben und wurde 1697 König von Polen. 1706 verlor er den Thron - für ein paar Jahre.