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Wo ist der Milliardär? Zeugensuche im Ring-Prozess

Eine Glasscheibe mit dem Logo der Rennstrecke Nürburgring. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild
Eine Glasscheibe mit dem Logo der Rennstrecke Nürburgring. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

Im Nürburgring-Prozess um ungedeckte Schecks gegen einen Schweizer Geschäftsmann vor dem Mainzer Landgericht sorgt ein Zeuge für reichlich Arbeit. Es geht um einen vermeintlichen US-Milliardär, der einst als Investor für die vor zehn Jahren spektakulär geplatzte Privatfinanzierung des Freizeitparks an der Rennstrecke ins Spiel gebracht worden war. Der Mann wurde in dem Ende Oktober erneut aufgerollten Verfahren als Zeuge geladen, erschien aber nicht. Nach Gerichtsangaben liegt von ihm nur eine Mail-Adresse vor, über die die Ladung und seine Absage erfolgt sei. «Die Staatsanwaltschaft wurde von der Kammer um weitere Ermittlungen zum Wohnort ersucht», teilte eine Gerichtssprecherin mit.

In dem Betrugsprozess wird dem Schweizer Geschäftsmann Urs Barandun Urkundenfälschung vorgeworfen. Er überreichte 2009 Verantwortlichen der Nürburgring GmbH zwei ungedeckte Schecks des angeblichen Investors - genauer der Firma Miracle Asset Management, zu deutsch «Wundervermögensverwaltung». Die Schecks beliefen sich auf insgesamt 100 Millionen Euro, auf dem Konto dahinter befanden sich aber nur rund 50 Euro. Barandun soll gewusst haben, dass die Schecks ungedeckt waren, was er aber bestreitet.

Eine Bedingung für das Engagement des Investors war eine Bareinlage über rund 95 Millionen Euro auf einem Treuhandkonto in der Schweiz. Die übernahm die Nürburgring GmbH. Die Anklage wirft Barandun vor, dass er den Betrag als «Schaufenstergeld» zum Nachweis seiner eigenen Bonität im Geschäftsverkehr verwenden wollte. Auch das weist der Schweizer weit von sich.

Der dubiose US-Investor geisterte schon durch viele Geschichten rund um die peinliche Posse der Finanzierung des rund 330 Millionen Euro teuren Ring-Freizeitparks, an dessen Ende der frühere rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) zurücktreten musste. Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sprach mit Blick auf den Geldgeber vom «ganz großen Milliardärsadel». Ob der nun das Verfahren in Mainz in die Länge zieht, bleibt abzuwarten. Bislang sind noch zwei weitere Verhandlungstage bis Ende November angesetzt, der nächste am kommenden Donnerstag (28. November).

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Eine Glasscheibe mit dem Logo der Rennstrecke Nürburgring. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild